Achtsamkeit im Alltag: Yin Yoga zum Relaxen
Kolumne: Achtsame Momentaufnahmen
Yin Yoga zum Relaxen
Von Mini-Pausen mit Yin Yoga, Nervensystem-Beruhigung und sanfter Mobilisation – und vom Trend „Sieben Minuten Liegen“.
Von Patricia Roß
17.2.2026
Lesezeit: ca. 3 Minuten
Ich habe vor einer Weile begonnen, wieder regelmäßig Yoga zu machen – zuerst zuhause, mittlerweile auch wieder im Yoga-Studio. Ich liebe Bücher und ich liebe schön gestaltete Trainingskarten, mit denen man sich eigene Übungsabläufe zusammenstellen kann. Auch für Yoga gibt es wirklich gute Materialien, die ich gerne zuhause nutze.
Yin Yoga – Nervensystem-Beruhigung
Eines Tages entdeckte ich ein Buch über Yin Yoga und las mich tiefer ein. Es ging nicht nur um einzelne Asanas, Körperhaltungen und Übungssequenzen, sondern insbesondere auch um Faszien, Dehnung und Entspannung. Es wurden praktische Hilfsmittel empfohlen, deren Anwendungsmöglichkeiten illustriert und verschiedene Varianten einzelner Übungen gezeigt. Ich begann, mithilfe dieses Buches Yin Yoga für mich zu erkunden.
Was ich bis dahin aus anderen Yoga-Stilen so nicht kannte, war die Langsamkeit: Im Yin Yoga verweilt man relativ lange in den einzelnen Positionen, meist mehrere Minuten. Das hat nicht nur eine belebende Wirkung auf die Faszien und dehnt das Gewebe – sondern wirkt gleichzeitig auch beruhigend auf das Nervensystem. Und genau dafür mag ich Yin Yoga ganz besonders.
Egal ob ich ein anstrengendes Krafttraining hinter mir habe und einen Regenerationstag einlege, an dem ich mich trotzdem ein wenig bewegen möchte, oder ob ich Stress habe und von einem hohen Anspannungslevel runterkommen möchte: Yin Yoga hilft mir dabei.
Loslassen, entspannen, in sich spüren
Ich wähle ein paar Asanas aus, lege Yoga-Kissen, Decke & Co. bereit und begebe mich auf meine Matte. Besonders die Positionen, bei denen der Oberkörper auf einem Bolster – ein längliches, festes Yoga-Kissen – abgelegt wird, finde ich entspannend. Legt man den Rücken darauf ab, kann man den Brustkorb dehnen und Weite in diesen Bereich bringen. Legt man den Bauch auf dem Bolster ab, kann man in eine tiefe Entspannung einsinken. Loslassen. Die Wirbelsäule wird lang, gleichzeitig ist man getragen. Und so verweile ich für Minuten, bewegungslos, ganz in Ruhe. Manchmal passe ich im Laufe der Minuten meine Position minimal an, gehe noch ein kleines bisschen weiter in die Dehnung. Während der Asanas spüre ich in meinen Körper hinein, erspüre, was in meinem Körper geschieht – und auch, wie er sich nach den einzelnen Übungen anfühlt. Was sich in mir verändert hat. Ich spüre, wie sich mein Nervensystem durch die Ruhe und das Nichtstun, durch das Getragensein und das Loslassen beruhigt.
Sieben Minuten Liegen
In letzter Zeit ist mir auf Social Media häufig der Tipp begegnet, sich regelmäßig auf einem harten Untergrund auf den Rücken zu legen und sieben Minuten lang nichts zu tun. Das sei wie ein Mini-Reboot fürs Nervensystem, entspanne den Körper, beruhige die Gedanken. Was online wie ein junger Trend daherkommt, ist im Grunde überhaupt nicht neu. Im Yoga entspricht diese Haltung Savasana – die sogenannte Totenstellung. Sie kommt in Yoga-Stunden bei der Schlussentspannung zum Einsatz. Auch hier geht es ums Loslassen und Entspannen. Der Boden trägt, man muss nichts halten. Sondern: einfach nur sein. Ohne Input, ohne Kraftanstrengung. Ohne etwas, das man aktiv tun muss. Die Gedanken verändern sich im Laufe der sieben Minuten, und das Körpergefühl tut es auch.
Yoga als Mini-Auszeit
Ich praktiziere Yoga nicht nur im Rahmen längerer Sessions und Yoga-Stunden, sondern gerne auch einfach mal zwischendurch, für Mini-Auszeiten und kleine Pausen. Ein paar Minuten zur Ruhe kommen, sich erden, den Körper sanft mobilisieren, dehnen und in sich spüren. Ein paar Minuten Achtsamkeit und bewusste Körperwahrnehmung. Regelmäßig angewendet, hilft mir das sowohl auf körperlicher als auch auf mentaler Ebene, um gut durch den oft trubeligen Alltag zu kommen.
Übrigens habe ich kürzlich an einem dreiteiligen Yoga-Workshop teilgenommen, bei dem man verschiedene Yoga-Stile kennenlernen konnte, darunter auch Yin Yoga. Mehr darüber gibt es ab Mitte März in der hochblau Magazin Ausgabe 3-4/2026 zu lesen.
Interessiert dich, welches Buch mich durch die Raunächte begleitet hat? Welche Bücher und Tools ich persönlich nutze, um das Thema Achtsamkeit fest in meinem Alltag zu verankern? Hast du Themenwünsche rund um das Thema Achtsamkeit? Dann melde dich sehr gerne unter achtsamkeit@hochblau.de
Zahlen, Daten, Fakten
KOLUMNE "ACHTSAME MOMENTAUFNAHMEN"
Patricia Roß schreibt regelmäßig über achtsame Momentaufnahmen, für mehr Achtsamkeit im Alltag.
ÜBER PATRICIA ROSS
Redakteurin Patricia Roß schreibt für das hochblau Magazin über die Themen Ernährung, Gesundheit, Achtsamkeit und Regionales. Seit Juni 2025 schreibt sie zudem die regelmäßige Kolumne "Achtsame Momentaufnahmen".
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Beitragsbild © Patricia Roß
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