Vienna City Marathon 2026: Rekord, Musik und ganz viel Gänsehaut
Laufparty in Wien
Vienna City Marathon: Rekord, Musik und ganz viel Gänsehaut
Mehr als 42.000 Finisher:innen, ein Streckenrekord, Musik an der Strecke und eine Stadt im Laufmodus: Der Vienna City Marathon 2026 mit dem Hauptlauf am Sonntag war mehr als ein Sportevent. Er wurde zu einem Wochenende voller Bewegung, Begegnung und Wiener Stimmung.
Von hochblau Redaktion
20.04.2026
Lesezeit: ca. 5 Minuten
Wien kann große Bühne. Am Marathonwochenende zeigte sich das wieder auf sehr eigene Weise: mit Laufschuhen auf der Reichsbrücke, Applaus am Ring, Musik im Goldenen Saal und einem Ziel vor dem Burgtheater, in dem Ankommen für viele mehr bedeutete als eine Zahl auf der Uhr.
Der Vienna City Marathon feierte 2026 ein Lauf-Festival mit Rekordbeteiligung. Mehr als 42.000 Menschen erreichten in neun Bewerben das Ziel – so viele wie noch nie. Das häufigste Feedback, so fasste es VCM-Geschäftsführerin Kathrin Widu am Tag danach zusammen: „Die Stimmung war grandios.“
Eine Stadt läuft los
Marathon ist nie nur Marathon. Schon gar nicht in einer Stadt wie Wien, in der sich Prater, Ringstraße, Donaukanal und Innenstadt zu einer einzigen Bewegungslandschaft verbinden. Der Vienna City Marathon brachte am Wochenende Läufer:innen, Zuschauer:innen, Familien, Freund:innen und Helfer:innen zusammen – vom ersten Schritt bis zur Ziellinie.
42.070 Finisher:innen standen am Ende in der Bilanz. 34.130 davon erreichten am Sonntag das Ziel, 7.940 bereits am Samstag. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete das ein Plus von rund 2.500 erfolgreichen Teilnehmenden. Trotzdem betonten die Veranstalter, dass Qualität und Sicherheit wichtiger bleiben als immer größere Felder.
Gerade das macht den Reiz aus: Die Größe ist spürbar, aber die einzelnen Geschichten verschwinden nicht. Wer am Rand steht, sieht keine anonyme Masse. Man sieht Menschen, die kämpfen, lachen, winken, kurz innehalten, weiterlaufen. Manche auf Bestzeitkurs, andere zum ersten Mal über eine Distanz, die größer war als alles, was sie sportlich bisher gewagt hatten.
Wenn Wien den Takt vorgibt
Eine Besonderheit des Wochenendes war das erstmals durchgeführte „Konzert zum Marathon“. Hobbyläufer:innen, die ein Instrument spielen, standen gemeinsam mit den Wiener Symphonikern im ausverkauften Goldenen Saal des Wiener Musikvereins. Sport und Musik wurden hier nicht nebeneinander gestellt, sondern miteinander verwoben.
Auch draußen blieb der Rhythmus ein tragendes Element. Entlang der Strecke sorgten 66 Hot-Spots für Stimmung, Energie und kurze mentale Rückenwinde. Schon in den Vorabinformationen war von über 60 Cheering-Zones die Rede – mit Live-Performances, einem Symphoniker-Hot-Spot beim Lusthaus und musikalischen Momenten an vielen Stellen der Strecke.
So entsteht diese besondere Marathon-Mischung: vorne das gleichmäßige Geräusch tausender Schritte, daneben Applaus, Trommeln, Zurufe, Musik. Für Läufer:innen kann das viel ausmachen. Ein guter Song, ein Blickkontakt, ein Schild am Rand – manchmal reicht genau das, für einen Energieschub und leichtere Schritte.
Rekorde, starke Rennen und die nächste Generation
Sportlich setzte der Vienna City Marathon ebenfalls deutliche Zeichen. Der Höhepunkt: Tigist Gezahagn, zweifache Paralympics-Siegerin, lief in 2:20:06 Stunden einen neuen Streckenrekord. Bei den Österreicher:innen erreichten Andreas Vojta als Neunter und Eva Wutti als Zehnte das Ziel. Für Rekordhalter Aaron Gruen wurde es dagegen nicht der erhoffte Tag; er musste das Rennen aufgeben.
Auch neben dem Marathon gab es starke Geschichten. Im Wiener Städtische Halbmarathon feierten Timo Hinterndorfer und Larissa Matz österreichische Siege. Nicole Bauer lief mit 1:15:37 Stunden einen neuen ÖLV-U23-Halbmarathonrekord. Schon am Samstag hatte Lisa Redlinger beim Vienna 5K auf der Ringstraße mit 15:34 Minuten einen neuen ÖLV-Rekord im 5-km-Straßenlauf gesetzt.
Das zeigt: Der VCM ist Bühne für internationale Spitzenleistungen, aber auch Schaufenster für die nächste Generation. Zwischen Weltklasse, nationalen Bestmarken und persönlichem Zieleinlauf liegt keine klare Trennlinie. Alles findet am selben Wochenende statt, oft nur ein paar Stunden oder Straßenzüge voneinander entfernt.
Gemeinschaft auf und neben der Strecke
150 Nationalitäten waren beim Vienna City Marathon vertreten. Rund 60 Prozent der Teilnehmenden kamen aus Österreich, dazu viele Läufer:innen aus Deutschland, Italien, Frankreich, Ungarn, Großbritannien, Polen, den Niederlanden, den USA, der Slowakei, Tschechien und der Schweiz.
Auffällig war auch die wachsende Beteiligung von Frauen: In den Vorabinformationen wurden 27 Prozent Frauenanteil beim Marathon, 47 Prozent beim Halbmarathon, 50 Prozent beim Vienna 5K und 52 Prozent beim Tchibo Coffee Run 10K genannt. Die größte Teilnehmer:innengruppe bei den Sonntagswettbewerben waren die 25- bis 29-Jährigen.
Zur Laufgemeinschaft gehörten aber nicht nur jene mit Startnummer. Fans konnten über „VCM Cheers & Snaps“ Grußbotschaften und Fotos senden, die auf LED-Screens im Zielbereich erschienen. Dazu kamen offizielle Schlussläufer:innen, die am Ende des Feldes motivieren und begleiten sollten – mit dem Motto #glaubandich auf ihren Fahnen.
Was vom Marathonwochenende bleibt
Ein Marathonwochenende ist schnell vorbei. Die Spuren bleiben länger: in müden Beinen, in Fotos vom Zieleinlauf, in Gesprächen beim Kaffee danach. Beim VCM kam 2026 noch ein weiterer Gedanke dazu: Wien ist erstmals Teil der neu gegründeten European Marathon Classics – einer Serie, die unter anderem Rom, London, Madrid, Kopenhagen, Warschau, Lissabon und Frankfurt verbindet.
Auch Nachhaltigkeits- und Community-Aspekte spielten eine Rolle. Zurückgelassene Kleidungsstücke im Startbereich werden von der MA 48 getrennt erfasst und an die carlas, die Secondhand-Shops der Caritas, weitergegeben. Ein Teil des Nenngelds vom Vienna 5K geht an den WWF Österreich für den Schutz der Naturwälder in den March-Thaya-Auen.
Und dann ist da der Blick nach vorn. Mit dem Marathonstart am Sonntag öffnete bereits die Anmeldung für den Marathon beim nächsten VCM am 18. April 2027. In den ersten 30 Stunden gingen 1.600 Anmeldungen ein. Offen ist noch, wie sich die Veranstaltung weiterentwickelt. Die Idee, den Halbmarathon künftig auf den Samstag zu verlegen, wird geprüft – nach Aussage der Veranstalter befindet man sich hier aber erst ganz am Beginn der Planung.
Zahlen, Daten, Fakten
ÜBER DEN VIENNA CITY MARATHON
Der Vienna City Marathon ist Österreichs größte Aktivsportveranstaltung. 2026 standen neun Laufbewerbe im Mittelpunkt, darunter Marathon, Wiener Städtischer Halbmarathon, Powerade Staffelmarathon, Tchibo Coffee Run 10K, Vienna 5K und mehrere Kinder- und Inklusionsbewerbe.
Besondere Momente:
- Neuer Streckenrekord durch Tigist Gezahagn in 2:20:06 Stunden
- Österreichische Halbmarathon-Siege durch Timo Hinterndorfer und Larissa Matz
- Neuer ÖLV-U23-Halbmarathonrekord durch Nicole Bauer
- Neuer ÖLV-Rekord im 5-km-Straßenlauf durch Lisa Redlinger
- Erstes „Konzert zum Marathon“ mit Wiener Symphonikern und laufenden Musiker:innen
EMPFEHLUNG DER REDAKTION
Wer selbst mitlaufen möchte, sollte frühzeitig planen – besonders bei Marathon und Halbmarathon. Die Anmeldung für den Marathon 2027 ist bereits gestartet; der nächste VCM-Marathon findet am 18. April 2027 statt.
Website des Vienna City Marathon:
www.vienna-marathon.com
EMPFEHLUNG DER REDAKTION
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ABBILDUNGEN
Beitragsbild © VCM/Roman Pfeiffer, restliche Abbildungen siehe Bildunterzeilen
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