Das E-Auto als Stromspeicher: Wenn Laden in beide Richtungen funktioniert

Bidirektionales Laden: Das E-Auto als Stromspeicher

Wenn Laden in beide Richtungen funktioniert

Elektroautos könnten künftig weit mehr sein als reine Stromverbraucher. Beim bidirektionalen Laden wird die Fahrzeugbatterie zum mobilen Energiespeicher – für das eigene Zuhause oder sogar für das öffentliche Stromnetz. Ein britisches Forschungsprojekt von Nissan und Easelink verbindet diese Idee mit automatisierter Ladetechnik.


Von hochblau Redaktion
17.09.2026
Lesezeit: ca. 2 Minuten


ENERGIE IM FLUSS Das E-Auto als Teil der Energieversorgung: Bidirektionales Laden verbindet Mobilität, Photovoltaik und Zuhause – und macht die Fahrzeugbatterie zum flexiblen Stromspeicher Foto: hochblau Verlag KI-generiert

Elektroautos nehmen Strom auf, speichern ihn in ihrer Batterie und nutzen ihn für die Fahrt. So weit, so vertraut. Beim sogenannten bidirektionalen Laden kommt jedoch eine zweite Richtung hinzu: Energie kann nicht nur in die Fahrzeugbatterie fließen, sondern später auch wieder abgegeben werden.

Genau daran arbeiten derzeit das Nissan Technical Centre Europe (NTCE) und das österreichische Technologieunternehmen Easelink in einem britischen Forschungsprojekt. Sie kombinieren bidirektionales AC-Laden mit einer automatisierten konduktiven Ladetechnologie. Nissan bringt dabei Erfahrungen aus bisherigen Vehicle-to-Grid-Projekten ein, Easelink seine "Matrix Charging"-Technologie.

Vom Verbraucher zum mobilen Energiespeicher

Die Idee hinter Vehicle-to-Home, kurz V2H, und Vehicle-to-Grid, V2G, ist einfach: Ein Elektroauto steht einen erheblichen Teil des Tages ungenutzt. Seine Batterie könnte während dieser Zeit nicht nur geladen werden, sondern bei Bedarf auch Energie wieder abgeben.

Damit würde das Fahrzeug zu einem mobilen Speicher. Denkbar ist beispielsweise, selbst erzeugten Solarstrom zunächst im Auto zwischenzuspeichern und später wieder für den Haushalt zu nutzen. Auf Netzebene könnten viele entsprechend ausgestattete Fahrzeuge außerdem dabei helfen, Lastspitzen abzufedern und erneuerbare Energien besser in das Stromsystem zu integrieren. Genau diese Rolle als aktiver Speicher hebt auch das aktuelle Forschungsprojekt hervor.

Was bedeutet V2H und V2G?

Vehicle-to-Home (V2H) bedeutet, dass ein Elektroauto Strom aus seiner Batterie wieder an das eigene Haus abgeben kann. Vehicle-to-Grid (V2G) geht einen Schritt weiter: Hier kann das Fahrzeug Energie auch ins öffentliche Stromnetz zurückspeisen. So könnten E-Autos künftig nicht nur Verbraucher, sondern zugleich flexible Energiespeicher sein – etwa um Lastspitzen abzufangen und erneuerbare Energien besser zu nutzen.

Laden soll gleichzeitig komfortabler werden

Interessant an dem Projekt von Nissan und Easelink ist die Verbindung zweier Entwicklungen: bidirektionales Laden und automatisierte Ladetechnik. Während bei vielen heutigen Ladelösungen das Fahrzeug aktiv mit einer Ladesäule verbunden werden muss, soll die Energieübertragung künftig stärker automatisiert werden.

Noch handelt es sich um ein Forschungsprojekt. Für Verbraucher entscheidend wird deshalb sein, wann solche Systeme tatsächlich in Serienfahrzeugen und im Alltag verfügbar werden, welche Fahrzeuge und Wallboxen sie unterstützen und unter welchen technischen und wirtschaftlichen Bedingungen sich die Nutzung lohnt.

Fest steht aber schon heute: Je stärker Elektromobilität, Photovoltaik und private Energiespeicher zusammenwachsen, desto weniger wird das Elektroauto nur Verkehrsmittel sein. Es könnte zu einem wichtigen Bestandteil der persönlichen Energieversorgung werden.

Was ist "Matrix Charging"?

Im aktuellen Forschungsprojekt verbindet Easelink seine "Matrix Charging"-Technologie mit Nissans Erfahrung im bidirektionalen Laden. Ziel ist es, das AC-Laden nicht nur in beide Richtungen zu ermöglichen, sondern den Ladevorgang zugleich zu automatisieren. Die Kombination aus automatisierter konduktiver Ladetechnik und Vehicle-to-Grid wird derzeit in einem britischen Forschungsprojekt untersucht.

Zahlen, Daten, Fakten

ÜBER NISSAN
Das Nissan Technical Centre Europe (NTCE) bringt in das britische Forschungsprojekt seine Erfahrungen aus bisherigen Vehicle-to-Grid-Projekten ein. Gemeinsam mit Easelink untersucht Nissan, wie sich bidirektionales AC-Laden mit einer automatisierten Ladetechnologie verbinden lässt.

ÜBER EASELINK
Easelink ist ein österreichisches Technologieunternehmen und steuert seine "Matrix Charging"-Technologie zum Forschungsprojekt bei. Ziel ist es, den Ladevorgang nicht nur bidirektional, sondern zugleich automatisiert und konduktiv zu gestalten – also ohne dass das Fahrzeug jedes Mal manuell mit einer klassischen Ladelösung verbunden werden muss.

ÜBER DAS PROJEKT SUITE
SUITE steht für "Smart Use of Integrated Technology for EVs". Das dreijährige britische Forschungsprojekt wird vom Nissan Technical Centre Europe in Cranfield geleitet und mit rund zehn Millionen Pfund unterstützt. Gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft untersucht Nissan unter anderem intelligentes Energiemanagement, Fahrzeug-Solartechnik und automatisiertes bidirektionales Laden.

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