ÖLV-Bestzeit und Formboost: Der 2. VCM Winterlauf im Prater

Winterlaufserie im Prater

ÖLV-Bestzeit im Nebel: Der VCM Winterlauf 2026 als Formboost

Zwei Grad, dichter Januar-Nebel und 1.600 Laufbegeisterte: Beim 2. VCM Winterlauf wird die Prater Hauptallee zur Bühne für mutige Formtests. Cordula Lassacher sorgt mit einer neuen ÖLV-Bestleistung über 15 Kilometer für das sportliche Ausrufezeichen, dazu glänzen Larissa Matz und Mario Bauernfeind auf den kürzeren Distanzen.


Von hochblau Redaktion
19.02.2026
Lesezeit: ca. 3 Minuten


MARIO BAUERNFEIND Mario Bauernfeind gewinnt das 5-km-Rennen in 14:26 Minuten Foto: VCM/Christopher Ganzi

Die Luft ist feucht, die Finger kribbeln in den dünnen Handschuhen. Wer an diesem Wintermorgen in Wien in Richtung Prater Hauptallee unterwegs ist, hat ein klares Ziel: einen schnellen Lauf durchziehen, bevor der Frühling kommt. Zwei Grad zeigt das Thermometer, die Stimmung ist trotzdem bei hundert Prozent.

Der 2. VCM Winterlauf ist mehr als ein einfacher Trainingswettkampf. Zwölf Wochen vor dem Vienna City Marathon 2026 testen hier rund 1.600 Läuferinnen und Läufer ihre Form, justieren ihre Zielzeiten – und holen sich einen Motivationsschub für die nächsten langen Einheiten. Zwischen Startbogen, Verpflegungsständen und Nebelschwaden mischt sich Vorfreude mit Respekt vor der Strecke.

Die Prater Hauptallee ist an diesem Tag Bühne und Prüfstand zugleich. Flache, schnelle Kilometerrunden, dazu winterliche Bedingungen: Wer hier gut durchkommt, darf sich für den Frühling etwas ausrechnen.

Winterlauf statt Winterschlaf: Kälte, Nebel, Formtest

Winterwettkämpfe haben ihren ganz eigenen Reiz. Während viele Trainingspläne im Januar noch nach Grundlagenkilometern klingen, setzen andere bewusst auf Tempo – so wie bei der VCM Winterlaufserie im Wiener Prater. Hier wird die Hauptallee zum Laufband unter freiem Himmel, mit allem, was dazu gehört: kalte Finger, kurze Aufwärmphase, dann schneller Schritt in die Belastung.

Für viele der Teilnehmenden ist der VCM Winterlauf 2026 ein Zwischenziel auf dem Weg zum 19. April 2026, dem Tag des Vienna City Marathon. Die Resultate helfen, Trainingspläne anzupassen: passt die geplante Marathon-Pace, wie fühlt sich das Tempo in Wettkampfatmosphäre an, wo bleibt noch Luft nach oben?

Gleichzeitig ist der Lauf ein Stimmungsbooster. Wer im Januar einen Formtest besteht, nimmt daraus Selbstvertrauen mit in die nächsten Wochen – und spürt, dass sich die langen, dunklen Trainingsabende bezahlt machen.

CORDULA LASSACHER Cordula Lassacher erzielt beim 2. VCM Winterlauf 2026 eine neue ÖLV-Bestleistung über 15 Kilometer Foto: VCM/Christopher Ganzi

Lassacher schreibt ÖLV-Geschichte über 15 Kilometer

Für das sportliche Highlight des Tages sorgt Cordula Lassacher (ATUS Knittelfeld). Die 22-jährige Steirerin läuft die 15 Kilometer in 51:02 Minuten – und erzielt damit eine neue ÖLV-Bestleistung über diese Distanz. Offizielle Rekorde führt der Österreichische Leichtathletik-Verband über 15 Kilometer zwar nicht, doch Lassachers Zeit unterbietet die bisherige Bestmarke von 52:16 Minuten aus dem Jahr 1990 deutlich.

„Die letzten fünf Kilometer waren richtig hart“, sagt sie nach dem Zieleinlauf. Dass sich an diesem Wintertag alles nach Tempolauf anfühlt, liegt nicht nur an der Pace, sondern auch am Blick nach vorne: Der Lauf ist ein Baustein auf dem Weg zum Vienna Calling Halbmarathon im März – und natürlich zum Vienna City Marathon im April.

Mit ihrer Leistung setzt Lassacher nicht nur ein persönliches Ausrufezeichen, sie verbessert auch den bisherigen Eventrekord der VCM Winterlaufserie klar. Auf der gleichen Distanz ist bei den Männern Alexander Scharkosi (LG Wien) der Schnellste: Er gewinnt die 15 Kilometer in 50:54 Minuten und zeigt, dass auch in der Männerkonkurrenz mit schnellen Zeiten zu rechnen ist.

LARISSA MATZ Larissa Matz überzeugt über 10 Kilometer mit 33:52 Minuten und bestätigt ihre starke Form Foto: VCM/Christopher Ganzi

Stark auf 10 und 5 Kilometern

Über 10 Kilometer ist es Larissa Matz (ULC Riverside Mödling), die sich im winterlichen Prater in Szene setzt. 33:52 Minuten braucht die Studentin für die Distanz – und das mitten in der Prüfungszeit. Wind und kühle Bedingungen machen den Lauf nicht leichter, aber genau das ist der Punkt: Wer unter solchen Umständen eine starke Zeit abliefert, kann im Frühjahr auf mehr hoffen. Matz bestätigt mit ihrem Auftritt ihre Form und zeigt, dass sich konzentriertes Training im Winter auszahlt.

Bei den Männern dominiert über 10 Kilometer Paul Scheucher in 31:10 Minuten. Auch seine Zeit reiht sich in die Reihe starker Leistungen ein, die an diesem Tag auf der Hauptallee zustande kommen.

Auf der kürzesten Distanz, den 5 Kilometern, liefert Marathon-Staatsmeister Mario Bauernfeind (ProTeam Vienna) eine schnelle Zeit ab. In 14:26 Minuten gewinnt er das Rennen und egalisiert damit seine persönliche Bestleistung. Ganz zufrieden ist er trotzdem nicht – der Blick geht bereits weiter in Richtung Marathonvorbereitung und wärmere Temperaturen. Das 5-km-Rennen ist für ihn vor allem ein scharfer Trainingsreiz, ein Signal an sich selbst: Die Grundschnelligkeit stimmt.

Im Halbmarathon jubeln Vitarius Bence (Ungarn) und Veronika Palenikova (Slowakei) über ihre Siege. Für viele andere ist die Distanz der erste längere Formtest des Jahres – ein erster Hinweis darauf, wie sich die anvisierte Marathon- oder Halbmarathonpace im Wettkampf anfühlt.

Halbmarathon, Meile & der Weg zum VCM

Der 2. VCM Winterlauf 2026 ist Teil einer Serie, die den Weg zum Vienna City Marathon strukturiert. In sechs Wochen folgt mit dem Vienna Calling Halbmarathon am 8. März der dritte Wettbewerb der Winterlaufserie. Start ist auf der Reichsbrücke – ein Vorgeschmack auf das große Rennen im April. Neben dem Halbmarathon stehen 5 km, 10 km und erstmals eine Straßenmeile auf dem Programm.

Für viele Teilnehmende sind diese Bewerbe Fixpunkte im Kalender. Sie ersetzen nicht den Trainingsplan, aber sie schärfen ihn. Wer in regelmäßigen Abständen in Wettkampfsituationen geht, lernt, mit Nervosität umzugehen, Tempogefühl zu entwickeln und die eigene Verpflegung zu testen. Gleichzeitig bringt die Serie Abwechslung in die Vorbereitung: Statt immer nur allein oder in der Trainingsgruppe zu laufen, taucht man in die Atmosphäre eines großen Events ein – mit Musik, Moderation, Zielbogen und Medaille.

Der Fokus bleibt klar: der Vienna City Marathon am 19. April 2026. Doch der Weg dorthin führt nicht nur über Longruns und Intervalle, sondern auch über diese Wintertage im Prater, an denen Kälte, Nebel und Vorfreude zusammenkommen.

Zahlen, Daten, Fakten

ÜBER DEN ÖLV
Der ÖLV, der Österreichische Leichtathletik-Verband, ist der nationale Dachverband für Leichtathletik in Österreich. Er organisiert Staatsmeisterschaften, koordiniert den Nachwuchs- und Leistungssport, bildet Trainer aus und nominiert Athletinnen und Athleten für internationale Wettbewerbe wie Europa- und Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele. Als Mitglied von World Athletics und European Athletics vertritt der ÖLV die österreichische Leichtathletik auf internationaler Ebene.

ÜBER DEN VCM
Der Vienna City Marathon (VCM) zählt zu den bedeutendsten Straßenlaufveranstaltungen im deutschsprachigen Raum. Seit 1984 führt die Strecke durch das Herz Wiens – vom Startbereich an der Reichsbrücke entlang der Donau bis ins Ziel vor dem Burgtheater. Mit Marathon, Halbmarathon und weiteren Wettbewerben zieht das Event jährlich Zehntausende Teilnehmende aus aller Welt an.

Der nächster VCM findet am 19. April 2026 statt und markiert für viele Athletinnen und Athleten den sportlichen Höhepunkt der Frühjahrssaison. Vorher findet, am am 8. März 2026 der Vienna Calling Halbmarathon statt – ein Vorgeschmack auf den Marathon im April.

Website des Vienna City Marathon:
vienna-marathon.com

EMPFEHLUNG DER REDAKTION
VIENNA CITY MARATHON 2025 Eisige Temperaturen, 50 km/h Windböen – und dennoch ein Fest der Superlative: Der Vienna City Marathon 2025 beeindruckte mit neuen Bestwerten, unvergesslicher Stimmung und einem tiefen Schulterschluss zwischen Sport und Wiener Kultur. »zum Beitrag Rekorde, Klassik und große Emotionen

ABBILDUNGEN
Beitragsbild © VCM/Christopher Ganzi, restliche Abbildungen siehe Bildunterzeilen


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