Auszeit in Schwangau: Ankommen, wohlfühlen, durchatmen im König Ludwig
Wellness-Auszeit im Allgäu
Auszeit in Schwangau: Ankommen, wohlfühlen, durchatmen im König Ludwig
Zwischen Forggensee, Königsschlössern und Allgäuer Bergwelt liegt in Schwangau das Wellnesshotel König Ludwig. Unser Autorenduo Aloisia und Wolfgang Streicher kennen das Haus seit vielen Jahren – und erleben bei jedem Besuch neu, warum aus ein paar Tagen im Ostallgäu schnell eine kleine Auszeit vom Alltag wird.
Es gibt Orte, an denen der Urlaub nicht erst nach ein paar Tagen beginnt. Im König Ludwig in Schwangau setzt dieses Gefühl ziemlich früh ein: beim Ankommen, beim Blick in die großzügige Lobby, beim ersten freundlichen Willkommen an der Rezeption. Ein Glas Sekt, zwei Pralinen, ein paar Hinweise zum Haus, zum Wellnessbereich, zur Lilien-Lounge und zum Abendmenü – und schon verschiebt sich der innere Rhythmus ein wenig. Weg vom Alltag. Hin zu einer ruhigeren Gangart.
Schwangau bringt dafür ohnehin gute Voraussetzungen mit. Die Gemeinde im Ostallgäu ist eng mit den Königsschlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau verbunden, aber sie ist mehr als nur ein Ort für den schnellen Schlossbesuch. Wer hier bleibt, entdeckt eine Landschaft, die zwischen Seen, Wiesen und Bergen erstaunlich viel Raum lässt. Direkt rund um das Hotel öffnet sich der Blick in die Weite. Im Hintergrund liegen die Berge, davor Grünflächen, Wege, Wasser und kleine Ruheorte.
Für Aloisia und Wolfgang Streicher ist das König Ludwig längst mehr als eine Adresse für ein verlängertes Wochenende. Vor fast 15 Jahren kamen sie auf der CMT in Stuttgart mit dem damaligen Juniorchef und heutigen Chef Florian Lingenfelder ins Gespräch. Aus dieser Begegnung entwickelte sich über die Jahre eine besondere Beziehung zum Allgäu und zu diesem Hotel. Seitdem haben sie viele Veränderungen miterlebt: neue Bereiche, Umbauten, Erweiterungen, den Naturbadesee, den Wellnessgarten und die Weiterentwicklung des Hauses zu einem weitläufigen Wellnessresort. Warum unsere Autoren das König Ludwig und das Allgäu lieben liest du hier.
Ein Haus, das gewachsen ist
Eröffnet wurde das Hotel 1980 als „Sporthotel am Forggensee“ von Birgit und Werner Lingenfelder. Seit 1981 trägt es den rechtlich geschützten Namen „König Ludwig“. Über die Jahrzehnte wurde immer wieder erweitert und modernisiert.
Besonders prägend war der große Umbau von Oktober bis Dezember 2019: Die Rezeption erhielt eine großzügige Lobby, die Zimmer im Haus Alpenrose wurden kernsaniert, die Lilien-Lounge & Bar am See erweitert, ein Außen-Whirlpool mit Panoramablick geschaffen und der Schwanensee zu einem Naturbadesee mit zwei Schwimmbereichen umgestaltet. Dazu kam ein neuer Wellnessgarten.
Heute wird das Haus in zweiter Generation von Florian und Julia Lingenfelder sowie den Töchtern Theresa und Franziska geführt. Die Anlage ist deutlich gewachsen, ohne dabei ihren Charakter als Rückzugsort zu verlieren. Gerade diese Mischung macht den Reiz aus: Das König Ludwig ist groß genug, um viele Möglichkeiten zu bieten, wirkt aber nicht wie ein anonymes Resort.
Ankommen und erst einmal bleiben wollen
Die Lobby erzählt viel über das Selbstverständnis des Hauses. Holz, warme Farben, großzügige Sitzbereiche, weiches Licht: Alles ist darauf ausgelegt, nicht nur funktional zu sein, sondern Atmosphäre zu schaffen. Wer eincheckt, bekommt nicht einfach eine Zimmerkarte, sondern wird zunächst in ein anderes Tempo begleitet.
Das fällt auch deshalb auf, weil die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Haus sichtbar präsent sind. Nicht aufdringlich, sondern aufmerksam. Für uns gehört genau das zum Erlebnis: die freundliche Begrüßung, die Informationen zum Aufenthalt, die kleinen Gesten, die den Start erleichtern. Aus einem Anreisetag wird so tatsächlich ein erster Urlaubstag.
Wellness mit Wasser, Weite und viel Raum
Das Herzstück des König Ludwig ist der große Wellness- und SPA-Bereich. Wasser spielt dabei eine zentrale Rolle: Indoorpool, Außenpool, Whirlpool und der Schwanensee als Naturbadesee bilden zusammen eine weitläufige Wasserlandschaft. Besonders stark wirkt der Blick nach draußen. Liegen, Sonnenschirme, Wasserflächen, Wiesen und dahinter die Bergwelt – das ist kein Wellnessbereich, der sich von der Umgebung abschottet. Er nimmt die Landschaft mit hinein.
Der SPA-Bereich ist dabei nicht nur Kulisse. Er ist ein eigener Tagesraum. Wer möchte, kann schwimmen, saunieren, ruhen, Anwendungen buchen, einen Kurs besuchen oder einfach zwischen Wasser, Wärme und Ausblick wechseln. Gerade für einen kurzen Aufenthalt ist das wertvoll: Man muss nicht erst lange planen, um zur Ruhe zu kommen. Vieles liegt direkt vor der Zimmertür.
Das passt zu dem, was Hoteldirektorin Juliane Rapp im Interview mit hochblau als eine besondere Qualität des Hauses beschreibt: Man müsse das König Ludwig im Grunde nicht verlassen. Kulinarik, Wellness, Sportangebote und Natur lägen so nah beieinander, dass sich auch wenige Tage wie eine wirkliche Auszeit anfühlen können.
Kulinarik als Teil der Erholung
Zu einem Wellnessaufenthalt gehört im König Ludwig auch der Genuss. Nach einem aktiven Tag in der Region, nach einer Wanderung, einem Ausflug oder ein paar Stunden im SPA wartet am Abend ein mehrgängiges Menü. Die Küche setzt dabei stark auf regionale Bezüge. Fleisch kommt aus der näheren Umgebung, Wild aus dem eigenen Jagdrevier, Brot und Backwaren von örtlichen Bäckereien. Fisch stammt unter anderem aus Füssen, Weißensee oder der Fischzucht Kaufbeuren. Gemüse kommt je nach Verfügbarkeit aus der Bodenseeregion oder aus Italien.
Auch das Frühstück zeigt, dass Kulinarik hier nicht nur Versorgung ist. Es ist ein Teil des Tagesrhythmus: langsam starten, auswählen, sitzen bleiben, vielleicht noch einen Kaffee nehmen und überlegen, ob der Tag eher aktiv oder entspannt werden soll.
Wenn es am Abend leiser wird
Am Abend verändert sich die Stimmung im Haus. Dann rückt die Lilien-Lounge & Bar stärker in den Mittelpunkt. Warme Beleuchtung, Bar, Sessel, Musik, Gespräche – das König Ludwig zeigt hier seine elegante Seite, ohne steif zu wirken.
Begeistert sind wir von so vielem, und vor allem von den Menschen im Hotel, wie Juan Gonzales. Tagsüber ist er an der Rezeption und beim Empfang der Gäste im Einsatz, bringt Gepäck, fährt Autos in die Tiefgarage oder hilft beim Ankommen. Am Abend begeistert er mit seinem musikalischen Talent am Klavier in der Lilien-Lounge.
Ausflüge zwischen Königsschlössern, Bergen und Wasser
So verlockend es ist, im Hotel zu bleiben: Die Umgebung von Schwangau bietet viele Möglichkeiten. Schloss Neuschwanstein und Schloss Hohenschwangau liegen nahe, der Forggensee ist schnell erreicht, und die Berge beginnen praktisch vor der Haustür. Wer einen aktiven Tag plant, kann zum Tegelberg aufbrechen, am Forggensee spazieren, mit dem Schiff fahren oder die nähere Umgebung mit dem Rad erkunden.
Wir nutzten unseren Aufenthalt unter anderem für Ausflüge zum Lechfall bei Füssen, zum Tegelberg, zum Festspielhaus Neuschwanstein und nach Schloss Linderhof. Gerade Linderhof verbindet Landschaft, Geschichte und König-Ludwig-Mythos auf besondere Weise. Das kleinste der drei Schlösser Ludwigs II. liegt in den Ammergauer Alpen und war das einzige, das noch zu seinen Lebzeiten vollendet wurde.
Besonders eindrucksvoll ist dort auch die Grotte, die nach längerer Restaurierung wieder besichtigt werden kann. Sie zeigt auf fast märchenhafte Weise, wie stark sich Natursehnsucht, Kunstwelt und Technikbegeisterung im Umfeld Ludwigs II. miteinander verbanden.
Für Wanderfreund:innen empfiehlt Hoteldirektorin Juliane Rapp unter anderem die Kenzenhütte im Naturschutzgebiet im Ammergebirge. Sie liegt etwa zehn Autominuten entfernt. Wer zu Fuß zur Hütte läuft, sollte zwei bis drei Stunden einplanen. Von dort aus sind verschiedene Touren möglich – von kurzen Abstechern bis zu längeren Runden. Auch Rohrkopfhütte, Schneetalalm und Nesselwang an der Alpspitzbahn gehören zu ihren Empfehlungen.
Was das König Ludwig besonders macht, ist nicht nur die Nähe zu bekannten Sehenswürdigkeiten. Es ist auch die unmittelbare Umgebung des Hotels. Weiden, Wasser, Vögel, Kühe, der Blick auf die Berge – vieles davon beginnt direkt am Haus. Das angrenzende Grünland gehört zur Gemeinde Schwangau und kann nicht bebaut werden.
Gerade dieser Aspekt unterscheidet den Aufenthalt von einem klassischen Wellnesswochenende hinter geschlossenen Türen. Man kann sich zurückziehen, ohne sich von der Landschaft zu entfernen. Man kann aktiv sein und trotzdem ruhig bleiben. Man kann Neuschwanstein besuchen, aber auch einfach am Wasser sitzen und den Tag langsamer werden lassen.
Am Ende lässt sich der Aufenthalt für uns erstaunlich knapp zusammenfassen: ankommen, wohlfühlen, entspannen. Das klingt schlicht, trifft aber den Kern. Im König Ludwig geht es nicht darum, möglichst viel in wenige Tage zu packen. Es geht eher darum, aus wenigen Tagen möglichst viel Ruhe, Genuss und Landschaft mitzunehmen.
Vielleicht ist genau das der eigentliche Luxus: nicht weiterfahren zu müssen, nicht dauernd entscheiden zu müssen, nicht ständig etwas zu verpassen. Sondern die Zeit, die man hat, gut zu gestalten.
Zahlen, Daten, Fakten
ÜBER WOLFGANG UND ALOISIA STREICHER
Seit fast 16 Jahren sind sie begeistert von elektrischer Fortbewegung auf zwei und vier Rädern. Aloisia und Wolfgang Streicher sind nicht nur Pioniere der elektrischen Mobilität, sondern lieben auch den Aufenthalt in der Natur und eine gepflegte, persönliche Wellness-Auszeit vom Alltag.
ÜBER SCHWANGAU
Schwangau liegt im Ostallgäu bei Füssen und ist eng mit den Königsschlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau verbunden. Die Region verbindet Bergblick, Seenlandschaft, Wiesen und Kultur auf engem Raum. Für Gäste ist sie deshalb nicht nur Ausgangspunkt für Schlossbesuche, sondern auch für Spaziergänge am Forggensee, Wanderungen am Tegelberg, Radtouren und Ausflüge in die Allgäuer und Ammergauer Bergwelt.
ÜBER DAS HOTEL KÖNIG LUDWIG
Das König Ludwig in Schwangau versteht sich heute als Adult-Only-Wellnesshotel im Allgäu. Die offizielle Hotelwebsite beschreibt das Haus als Resort für Individualität, Wohlbefinden und Auszeit. Das Hotel verfügt nach den uns vorliegenden Angaben über 98 Zimmer und beschäftigt rund 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter zum Zeitpunkt dieses Beitrags 18 Auszubildende.
Website des Hotel König Ludwig:
www.koenig-ludwig-hotel.de
TECHNIK UND NACHHALTIGKEIT IM HINTERGRUND
Ein Wellnesshotel dieser Größe braucht nicht nur schöne Räume, sondern auch eine durchdachte technische Infrastruktur. Im König Ludwig arbeitet im Hintergrund unter anderem ein Blockheizkraftwerk. Strom wird außerdem über eine eigene Photovoltaikanlage erzeugt; zusätzlich wird Strom aus Wasserkraft des Lechs über einen regionalen Anbieter bezogen. Alle Dächer mit Südausrichtung sind mit PV-Anlagen ausgestattet.
Auch beim Wasser achtet das Haus auf Effizienz. In Duschköpfen und Wasserhähnen kommt das Ecoturbino-System zum Einsatz, bei dem dem Wasser Luft zugeführt wird. Dadurch sinkt der Verbrauch, ohne dass der Komfort spürbar leiden soll. Die Schwimmbadtechnik arbeitet mit Kreislaufsystem; der Wasserbereich wird über eine Chlorozon-Anlage mit Salz gereinigt.
Nachts wird der Außenbereich des Schwimmbads abgedeckt, um Wärmeverluste gering zu halten. Der Außen-Whirlpool ist nachts komplett ohne Wasser. Viele dieser Maßnahmen bleiben für Gäste unsichtbar – sie gehören aber zu den technischen Voraussetzungen dafür, dass ein großer SPA-Bereich effizient betrieben werden kann.
Ausgebildet wird im Hotel in mehreren Berufen, darunter Hotelfach, Küche, Hotelmanagement, Restaurant- und Veranstaltungsgastronomie sowie Freizeit und Tourismus. Auch die Grünanlagen sind Teil des Gesamtkonzepts. Rund 8,5 Hektar Anlage, Wege, Parkplätze und Grünflächen wollen gepflegt werden. Für die Rasenpflege kommen unter anderem Rasenroboter zum Einsatz. Verantwortlich für die Grünanlagen ist Manfred Raith, der sich mit sichtbarer Leidenschaft um die Außenbereiche kümmert.
EMPFEHLUNG DER REDAKTION
Das Interview mit Juliane Rapp, Hoteldirektorin im König Ludwig, exklusiv hier auf hochblau.com: „Zeit ist Luxus“ – Juliane Rapp über Auszeit, Natur und das König Ludwig.
ABBILDUNGEN
Beitragsbild © Aloisia und Wolfgang Streicher, restliche Abbildungen siehe Bildunterzeilen
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