Ingwer neu bewertet: Vom Küchengewürz zur Arzneipflanze des Jahres
Ingwer neu bewertet
Vom Küchengewürz zur Arzneipflanze des Jahres
Ingwer ist Arzneipflanze des Jahres 2026.
Von hochblau Redaktion
04.02.2026
Lesezeit: ca. 1 Minuten
Es riecht warm, zitronig, ein wenig scharf: Wer eine frische Ingwerknolle anschneidet, hat sofort Bilder von Wok-Gemüse, Currys oder heißem Tee im Kopf. Für viele ist Ingwer heute ganz selbstverständlich Teil des Alltags – als Küchengewürz, Immunbegleiter oder Hausmittel bei aufziehendem Frösteln.
Doch hinter der unscheinbaren, knorrigen Knolle steckt mehr als Geschmack. Mit der Wahl von Ingwer (Zingiber officinale) zur Arzneipflanze des Jahres 2026 rückt die Pflanze offiziell in ein anderes Licht. Die Auszeichnung würdigt nicht nur seine lange Tradition in der Naturheilkunde, sondern auch eine Neubewertung durch den Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA).
Anerkannte Einsatzgebiete
Damit wird Ingwer stärker Teil der evidenzbasierten Phytotherapie (pflanzliche Heilmittel, deren Wirkung wissenschaftlich belegt sind) – allerdings mit einer wichtigen Ergänzung: Die Studienlage ist differenziert. Nicht alles, was Ingwer zugeschrieben wird, lässt sich eindeutig belegen.
Relativ gut abgesichert ist der Einsatz bei Übelkeit und Erbrechen. Dazu zählen zum Beispiel Reisekrankheit, bestimmte Formen der Schwangerschaftsübelkeit oder Übelkeit nach Operationen. In diesen Bereichen zeigen mehrere Studien, dass Ingwerpräparate Beschwerden lindern können. Wie stark dieser Effekt im Einzelfall ist, hängt von vielen Faktoren ab – unter anderem von der Dosis und der genauen Form des Präparats.
Auch bei funktionellen Verdauungsbeschwerden, also etwa Völlegefühl oder Blähungen ohne erkennbare organische Ursache, deuten Untersuchungen auf positive Effekte hin. Ingwer kann hier zum Beispiel die Magenentleerung fördern und die Beweglichkeit des Verdauungstrakts beeinflussen.
Wirkstoffe und Mechanismen
- Zentrale Scharfstoffe: Gingerole und Shogaole
- Einfluss auf Magen-Darm-Motorik und Magenentleerung
- Wirkung auf entzündliche Prozesse und Rezeptoren, die an Schmerz- und Übelkeitsempfinden beteiligt sind
Zahlen, Daten, Fakten
ARZNEIPFLANZE DES JAHRES 2026
Ingwer (Zingiber officinale) ist von Expert:innen zur Arzneipflanze des Jahres 2026 gewählt worden. Im Fokus stehen vor allem Anwendungen bei Übelkeit, Erbrechen und funktionellen Verdauungsbeschwerden.
Ingwertee, frische Ingwerscheiben in Wasser, ein fruchtiger Ingwer-Shot mit Kurkuma und Zitronen- oder Orangensaft oder standardisierte Fertigpräparate können eine einfache Möglichkeit sein, die Knolle in den Alltag zu integrieren. Achte dabei auf Qualität und eine Dosierung, die zu dir passt.
HINWEIS
Die Studienlage zu Ingwer ist differenziert. Nicht alle ihm zugeschriebenen Wirkungen sind wissenschaftlich eindeutig belegt. Wer schwanger ist, regelmäßig Medikamente einnimmt oder chronische Erkrankungen hat, sollte die Anwendung mit ärztlichem oder pharmazeutischem Fachpersonal abklären.
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