CMT 2026 in Stuttgart: Fahrrad- und Wanderreisen, E-Bikes und Vanlife im Fokus
Messe CMT 2026 in Stuttgart
Fahrradträume, Fernweh und Vanlife: Unterwegs auf der CMT
Auf der CMT 2026 in Stuttgart wird klar: Rad- und Wanderurlaub sind längst im Mainstream angekommen. Die Fahrrad- & WanderReisen bringt Weitwanderwege, Gravel-Trails und aktuelle E-Bikes unter ein Dach. Parallel werden beim CycleTourismSummit Ideen für den Radtourismus von morgen diskutiert – und in der Selbstbau-Halle träumen Camper-Fans vom eigenen Van als Basislager.
Von hochblau Redaktion
23.01.2026
Lesezeit: ca. 4 Minuten
Inhaltsverzeichnis
- Fahrrad- & WanderReisen: Inspiration auf jedem Meter
- Weitwandern, Albsteig & Co.: Fernweh auf heimischen Wegen
- E-Bikes, Gravel & Co.: Wie Radurlaub die Branche verändert
- CycleTourismSummit: Zukunftslabor für Radtourismus
- Selbstbau und Camper-Träume: Wenn der Van zum Zuhause wird
- Zahlen, Daten, Fakten
Wer Mitte Januar durch die Messehallen in Stuttgart streift, spürt schnell: Urlaub bedeutet für viele längst mehr als Strandliege und Hotelbuffet. Auf der CMT 2026 stehen Fahrräder in allen Varianten, Wanderkarten und Van-Ausbauten dicht nebeneinander. Hier treffen Menschen aufeinander, die ihre freien Tage am liebsten draußen verbringen – auf zwei Rädern, auf langen Wegen oder mit dem eigenen Camper als rollendes Zuhause.
Besonders deutlich wird das in der Fahrrad- & WanderReisen, der Aktiv-Tochtermesse der CMT. Vom passenden Rucksack über spezielle Bikes bis zu neuen Routen reicht das Angebot, dazu ein Testparcours, auf dem nahezu ununterbrochen Räder Probe gefahren werden. Gleichzeitig geht es in Vorträgen, Panels und im neuen Community-Bereich „Basislager“ um die Frage, wie wir in Zukunft aktiv und nachhaltig unterwegs sein wollen.
Fahrrad- & WanderReisen: Inspiration auf jedem Meter
Die Fahrrad- & WanderReisen 2026 (17. bis 19. Januar) zieht eine positive Bilanz. Mehr als 220 Ausstellende zeigten, was heute alles möglich ist, wenn man Urlaub aktiv denken möchte: vom leichten Zelt für Mehrtagestouren über Fahrradpacktaschen und GPS-Geräte bis hin zu Spezialthemen wie Weinradelreisen.
Auf dem Testparcours herrschte dichtes Gedränge. Hier wurden City-Bikes, Reiseräder, Mountainbikes, Gravelbikes und E-Bikes ebenso neugierig ausprobiert wie Kinder- und Lastenräder. Wer sich sonst nur im Laden kurz auf den Sattel setzt, konnte auf der Messe unterschiedliche Konzepte direkt vergleichen – und bekam ein Gefühl dafür, welches Rad zur eigenen Art zu reisen passt.
Auch fernere Ziele waren präsent. Am Stand der „Grand Tour de Catalunya“ war das Informationsmaterial fast vergriffen. Besonders gefragt sind Routen in den Pyrenäen sowie Gravel- und Mountainbike-Strecken: eine Mischung aus alpinem Terrain und südlicher Leichtigkeit, die viele Besucherinnen und Besucher reizt. Die CMT wird so zum Schaufenster für Tourenideen, die weit über Süddeutschland hinausreichen – ohne dass man dafür gleich buchen muss.
Auf der Bühne gab es parallel ein dichtes Vortragsprogramm: Reisegeschichten, Technik-Tipps und Erfahrungsberichte wechselten sich ab. Im neuen Community-Bereich „Basislager“ gaben Profis Einblicke in ihre Tourenpraxis, darunter Extremsportler Jonas Deichmann, der zeigte, wie weit man mit einem Fahrrad tatsächlich kommen kann – und warum es manchmal wichtiger ist, überhaupt zu starten als gleich das perfekte Setup zu haben.
Weitwandern, Albsteig & Co.: Fernweh auf heimischen Wegen
Nicht nur das Rad, auch das Wandern zeigte sich auf der CMT 2026 voll im Trend. Am Stand der Schwäbische Alb Tourismus GmbH etwa drehte sich vieles um Weitwanderwege. „Wir hatten drei starke Tage hier auf der Messe. Besonders die Weitwanderwege wurden nachgefragt – beispielsweise der Albsteig, der einmal quer über die Schwäbische Alb führt“, berichtete Heiko Zeeb aus dem Bereich Wandern.
Die Fragen der Besucherinnen und Besucher zeigten, worum es vielen geht: mehrtägig unterwegs sein, unterwegs übernachten, gut markierte Wege, eine verlässliche Infrastruktur und trotzdem das Gefühl von Weite und Ungebundenheit. Weitwandern ist für viele die entschleunigte Antwort auf ein oft hektisches Jahr – mit Zeit zum Abschalten, ohne dafür ans Ende der Welt fliegen zu müssen.
Zwischen Infoständen zu Jakobswegen, regionalen Qualitätswegen und internationalen Fernrouten wurde deutlich, wie breit das Spektrum inzwischen ist. Wer vor der Messe noch nicht genau wusste, wo die nächste Tour hingehen soll, verließ die Fahrrad- & WanderReisen meist mit einer Handvoll konkreter Ideen – vom Albsteig bis zu Pyrenäen-Trails oder Kombis aus Wanderetappen und Bahn.
Gleichzeitig bleibt der Zugang niederschwellig: Viele Angebote richten sich explizit an Einsteiger, die ihre erste Mehrtagestour planen. Beratende gaben Tipps zu Etappenlängen, Gepäck und Anreise. So wird aus vagen „Irgendwann-will-ich-mal“-Plänen ein realistischer Startpunkt.
E-Bikes, Gravel & Co.: Wie Radurlaub die Branche verändert
Dass Radurlaub kein Randthema ist, machte Kathleen Lumma, Geschäftsführerin des ADFC-Landesverbands Baden-Württemberg, schon bei der Fokus-Rad-Pressekonferenz deutlich. Ihren Angaben zufolge war 2025 etwa die Hälfte der deutschen Wohnbevölkerung radtouristisch unterwegs, bei Tagesausflügen oder indem sie im Urlaub regelmäßig das Rad genutzt haben. Wichtig seien dabei neben einer schönen Landschaft weitere Faktoren, wie Verkehrssicherheit, gut befahrbare und ausgeschilderte Routen, fahrradfreundliche Unterkünfte und Gastronomie sowie eine unkomplizierte Anreise. Das passende Gesamtpaket entscheidet darüber, ob aus einer Idee eine gebuchte Radreise wird. Genau hier setzen viele Destinationen an, die auf der CMT ihre Konzepte vorstellten: vom Radwegenetz über Gepäcktransport bis hin zu Kombi-Angeboten mit Bahn und ÖPNV.
Ein zentrales Thema bleibt das E-Bike. Laut ADFC-Radreiseanalyse nutzten 44,7 Prozent der Befragten im Urlaub ein Elektrorad. Claus Fleischer, CEO von Bosch eBike Systems, sprach in Stuttgart vom E-Bike als klar erkennbarem Wirtschaftsfaktor: Allein 2024 wurden in Deutschland 2,1 Millionen E-Bikes verkauft, der Umsatz der Fahrradbranche lag laut den Zahlen des Zweirad-Industrie-Verband e.V. bei rund 6,33 Milliarden Euro.
Auf der Messe spiegelte sich diese Nachfrage eins zu eins wider: E-Lastenräder für den Alltag, klassische E-Bikes für Pendelstrecken und Touren sowie E-Bikes für Kinder standen dicht an dicht. Gleichzeitig bleibt der Trend zu sportlichen Rädern wie Mountain- und Gravelbikes ungebrochen – oft in Kombination mit Bikepacking-Setups. Für viele Besucherinnen und Besucher ist die CMT damit der Ort, an dem sie das passende Gefährt für ihre nächste Tour finden oder einen Schritt näher an ihr Traumrad rücken.
Wer selbst mit dem Gedanken spielte, künftig radtouristisch unterwegs zu sein, konnte auf der Fahrrad- & WanderReisen gleich mehrere Fragen klären: Passt eher gemütliches Genussradeln, sportliches Graveln oder eine Mischung aus beidem zu mir? Welche Region bietet welche Infrastruktur? Und wie viel E-Unterstützung darf es sein, damit Touren Spaß machen und im bergigen Gelände kein Frust aufkommt?
CycleTourismSummit: Zukunftslabor für Radtourismus
Mit dem „CycleTourismSummit – Heute Wege für Morgen gestalten“ bot der ADFC Baden-Württemberg gemeinsam mit der Messe Stuttgart, der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg und der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg am 20. Januar eine neue Plattform für die nachhaltige und zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Radtourismus.
In Impulsvorträgen, Best-Practice-Beispielen und Panels loteten die Teilnehmenden aus, wie nachhaltiger Fahrradtourismus konkret aussehen kann – von der Routenplanung über Mobilitätskonzepte bis zu Serviceangeboten entlang der Strecke. Übergreifender Konsens: Das Image des Radtourismus als nachhaltige Urlaubsform soll weiter gestärkt werden.
Selbstbau und Camper-Träume: Wenn der Van zum Zuhause wird
Nur ein paar Hallen weiter wurde sichtbar, wie viele Menschen ihren Aktivurlaub mit einem rollenden Zuhause verbinden. Die CMT-Tochtermesse Selbstbau richtet sich an alle, die sich ihren Traum vom individuellen Freizeitfahrzeug erfüllen möchten – vom neugierigen Neuling bis zur erfahrenen Schrauberin, die den vorhandenen Van optimieren will.
Der Erfolg der Erstausgabe im Vorjahr hat gezeigt: Was früher nach Bastel-Nische klang, ist längst Mainstream. Immer mehr reisefreudige DIY-Fans (DIY = Do-it-yourself) investieren beträchtliche Summen in den Eigenausbau. Entsprechend professionell sind die Angebote: Komponenten, Technik, Materialien und Zubehör – dazu gab es viel praktisches Know-how auf der Bühne und an den Ständen.
Im Bühnenprogramm ging es um ganz konkrete Fragen: Welche Heizung passt zu welchem Reisetyp? Wie baue ich Möbel leicht und stabil? Was kann ich gegen Rost tun? Wie löse ich die Warmwasser-Frage? Und vor allem: Wo fange ich überhaupt an beim Selbstausbau? Expertinnen und Experten teilten Erfahrungen, warnten vor typischen Fehlern und gaben Tipps, wie man sich nicht im Perfektionismus verliert.
Für Outdoor- und Aktivfans ist die Selbstbau besonders spannend, wenn der Van als Basislager für Rad- und Wanderabenteuer dienen soll. Viele Aussteller hatten sich darauf eingestellt: modulare Systeme für den Bike-Transport, Stauraum für Wander- und Kletterausrüstung, flexible Schlaflösungen und kleine Details, die den Alltag unterwegs leichter machen.
Zahlen, Daten, Fakten
ÜBER DIE CMT
Die CMT ist die weltweit größte Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit. Jedes Jahr präsentieren sich in Stuttgart zahlreiche nationale und internationale Reiseziele. Sie ist die wichtigste Neuheitenschau der Camping- und Caravaningbranche zum Jahresbeginn. Zeitgleich finden vier Tochtermessen statt: die Fahrrad - & WanderReisen, die Kreuzfahrt- & SchiffsReisen, die Golf- & WellnessReisen sowie die Selbstausbau.
FAHRRAD- & WANDERREISEN 2026
- Eigene Messe in der Messe CMT mit Schwerpunkt Rad- und Wanderurlaub
- Mehr als 220 Aussteller:innen aus Destinationen, Ausrüstung, Tourismus und Verbänden
- Angebot von Weitwanderwegen, regionalen und internationalen Radwegen, E-Bikes, Gravel- und Mountainbikes, Zubehör und Services
- Nächster Termin: Fahrrad- & WanderReisen 2027 vom 16. bis 18. Januar 2027
SELBSTBAU – CAMPER-EIGENAUSBAU
- Zielgruppe: Einsteiger:innen und Erfahrene, die ihr Freizeitfahrzeug individuell gestalten möchten
- Schwerpunkte: Komponenten, Technik, Materialien, Praxiswissen
- Bühnenprogramm mit Themen wie Heizung, Möbelbau, Rostschutz, Warmwasser und Projektplanung
- Starker Trend vom Nischenthema zum relevanten Marktsegment
Website CMT/Messe Stuttgart:
www.messe-stuttgart.de/cmt/
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