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Mit dem E-Roller auf großer Fahrt

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Mit dem E-Roller auf großer Fahrt

Ein spannender Erlebnisbericht

Zwei Elektro-Roller mit je etwa 130 Kilometer Reichweite. Im Sattel zwei Elektro-Enthusiasten und etwas Gepäck. Sechs Tage, 650 Kilometer Strecke – der Bodensee und der Schwarzwald. Wolfgang und Aloisia Streicher erlebten dieses Abenteuer und berichteten von unterwegs.


Von Aloisia Streicher
18.07.2025 - 18:28 (neu veröffentlicht)
Lesezeit: ca. 9 Minuten


HUNDERTWASSER-PAUSE Geparkt vor dem berühmten Hundertwasser-Haus in der Schweiz Foto: Wolfgang und Aloisia Streicher

Deutschland, Österreich und die Schweiz. Der Bodensee und der Schwarzwald – eine längere Tour, mit ihren elektrisch angetriebenen Zweirädern, haben Wolfgang und Aloisia Streicher schon lange geplant. Als ein mögliches Ziel hatte das Ehepaar aus dem Weiler der Städter Ortsteil Merklingen (Baden-Württemberg, Deutschland) den fast 200 Kilometer vom Heimatort entfernten Bodensee ausgemacht. Drei Länder grenzen an das etwa 63 Kilometer lange „Schwäbische Meer“ im Alpenvorland: Deutschland, Österreich und die Schweiz.



Endlich war es soweit

Die große Tour geplant, die Koffer - oder besser gesagt - das Gepäck für die Elektro-Roller (E-Roller) gepackt. Letzte Zweifel waren
ausgeräumt und die Anspannung hatte ihren Höhepunkt überschritten. An einem Dienstagmorgen, nach einem guten Frühstück, ging es los.

GROSSE RUNDE Von Weil der Stadt bei Stuttgart ging es an den Bodensee, einmal rund herum und weiter hinein in den Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord Interaktive Karte erstellt von hochblau Verlag; © Karte OpenStreetMap-Mitwirkende

Was die beiden Elektro-Mobilisten alles zu beachten hatten, bevor es auf große Fahrt ging und das Fazit nach der Tour, das liest du in den Interviews, die wir mit Wolfgang und Aloisia Streicher vor und nach der Tour geführt haben. Von der Tour selbst, berichtete Aloisia Streicher als Reisereporterin. Auf hochblau.com, in einem Tagebuch mit Bildern und kurzen Texten von unterwegs.

VORMACHER Wolfgang und Aloisia Streicher setzten früh auf Elektromobilität mit Elektro-Mopeds und -Rollern Foto: Wolfgang und Aloisia Streicher

Elektro-Enthusiasten

Daumen hoch für "Elektromobilität" heißt es ganz klar bei Wolfgang und Aloisia Streicher. Er passionierter Motorradfahrer, hat auch Aloisia im Sattel ihrer E-Mopeds und -Roller die Liebe zum Zweirad entdeckt. Mit Gasdrehgriff, aber beinahe geräuschlos und ohne Abgase sind ihre Fahrzeuge bis zu 45 Stundenkilometer schnell. "Für die E-Mopeds und die E-Roller reicht ein ganz normaler Auto-Führerschein oder der klassische Moped-Führerschein, der heute AM heißt", erklärte Wolfgang. Es besteht Helmpflicht.

In der Garage der Streichers stehen mehrere Typen von E-Mopeds und eine ganze Batterie E-Roller, in gedecktem Schwarz und in poppigen Farben, wie Mintgrün und Rot. Die Roller haben mit vollen Akkus Reichweiten von bis zu 130 Kilometern.

Abfahrt am Dienstagmorgen

"Wir sind schon ein bisschen aufgeregt. Es soll die heißeste Woche des Jahres werden", sagte Wolfgang. Beide waren gespannt. Wie wird es klappen Sicherheitshalber checkte Wolfgang noch einmal den Luftdruck der beiden E-Roller. Die passenden Helme für die vorhergesagte Hitze hatten die beiden schon ausgesucht. Die Jacken waren auf die Sitze geschnallt.

LETZTE KONTROLLE Aloisia hat die Top-Cases gepackt und Wolfgang prüft noch einmal den Luftdruck Fotos: Wolfgang und Aliosia Streicher

Aloisia machte einen letzten Gepäck-Check. "Alles da", lachte sie. Auch etwas Proviant hatten die beiden mit an Bord: Zwei Päckchen Hartwürste, drei Vinschgauer und Getränke. "Na dann … los geht‘s!"

Etappenziel Sigmaringen

"Rottenburg war unser erster Halt. In der Tourismusinfo gibt es Lademöglichkeiten in Schubladen. Für E-Roller aber nur bei offener Schublade und mit Verlängerungskabel nach draußen möglich", berichteten die beiden. Nach einem Bummel durch die weitläufige Innenstadt mit netter Gastronomie ging die Fahrt weiter nach Binsdorf mit erstem Ladestop bei der Firma Micro, einem Schweizer Premiumhersteller von Tretrollern.

Die Weiterfahrt nach Sigmaringen war, zumindest anfänglich, mit Widrigkeiten verbunden, denn Tourenplan Nummer eins hatte sich der Wind gegriffen und mitgenommen. Straßenhopping war die Folge. Gegen 17 Uhr kam, nach etwa 140 zurückgelegten Kilometern, das Etappenziel in Sichtweite, in Form der Pension Pfefferle mit Lademöglichkeit.

ETAPPENZIEL Angekommen in Sigmaringen, ist ein Besuch des Schlosses schon beinahe Pflicht Foto: Wolfgang und Aloisia Streicher

Entspannt klang der Tag in Sigmaringen aus. "Sigmaringen hat eine schöne Innenstadt, mit sehenswertem Schloss, die zum Flanieren einlädt. Auch die Gastronomie ist klasse. Neben Park, Schloss und Wasserspielen, gibt es ein Zündapp Museum", schrieb Aloisia Streicher am Abend ins Tourtagebuch.

Im Schritttempo den Bodensee entlang

"Heute haben wir 120 Kilometer Strecke zurückgelegt. In Salem, direkt am Schloss, haben wir einmal nachgeladen", berichtete Wolfgang. Der
Weg nach Salem führte durch Wiesen, entlang von Feldern und durch Wälder. "Die Zeit, in der unsere E-Roller an der Ladestation waren, nutzten wir für eine Führung im Schloss und ein Vesper im Park."

DAUMEN HOCH Freiheit, Fahrtwind und Seeblick – Aloisia ist zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Tour Fotos: Wolfgang und Aloisia Streicher

Kloster und Schloss Salem zählt zu den schönsten und bedeutendsten Kulturdenkmälern der Bodenseeregion. Wieder im Sattel, ging die Fahrt nach Mersburg am Bodensee - und im Schritttempo durch den Ort. "Sozusagen flanieren mit E-Roller", schmunzelte Aloisa. In Friedrichshafen drehte ein Zeppelin am Himmel seine Runden. In Lindau machte das Ehepaar einen Abstecher zu einem befreundeten Händler und Servicepartner von emco.

"Die Firma emco ist der Hersteller unserer Roller. Die sitzen in Lingen/Ems in Niedersachsen. Ohne die Elektro-Roller der Firma emco, mit Reichweiten von bis zu 130 Kilometern, wäre unsere Tour so gar nicht möglich", erklärte Wolfgang.

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emco bewegt mich.

Von Rigoletto bis Hundertwasser

Die Fahrt führte Richtung Bregenz, mit Halt bei den Bregenzer Festspielen. "Wir haben dort eine Führung gebucht. Wie auch die Jahre zuvor ist es wieder eine gigantische Kulisse", schwärmte Aloisia.

Von Bregenz (Österreich) ging es weiter Richtung Schweiz, zum Grenzübergang St. Margrethen. "Der Grenzer lachte uns freundlich an und winkte uns
durch. Schweizer Moped- und Mofa-Fahrer begrüßten uns auf unserer Weiterfahrt", berichteten die Zweiradfahrer von diesem Tag. Um die Mittagszeit machten sie Pause am See bei Rorschach.

Wenig später, ein kurzer Fotostopp an einem Haus von "Hundertwasser". Dann weiter Richtung Landschlacht zum Hotel "Sonne", mit Laden der Roller
im umgebauten Kuhstall. Adapter für Schweizer Steckdosen waren genügend vorhanden.

Im Hotel „Sonne“ kochte der Chef, Rainer Britt, persönlich und die Chefin, Maria Britt, kümmerte sich um die Gäste. "Es gibt eine umfangreiche
Speisekarte, sehr lecker, Schweizer Preise. Der Bodensee ist direkt 100 Meter auf der anderen Seite", freute sich Aloisia.

URGEMÜTLICH Vom Festspieltrubel in Bregenz zur Erholung im Badezuber – abschalten und auftanken. Fotos: Wolfgang und Aliosia Streicher

Über Konstanz nach Villingen

"Schon morgens um halb neun hatten wir uns auf den Weg gemacht. Von Landschlacht führte unsere Tagesetappe zunächst nach Konstanz (Deutschland). Die Altstadt ist groß und weitläufig. Man sollte sich Zeit nehmen für Besichtigungen. Schön sind der Konstanzer Dom, der Stadtgarten und das Panorama am Hafen. Aber es gibt noch vieles mehr zu sehen", erzählte Aloisia.

Stromsparend sind die beiden dann auf der Etappe nach Villingen weitergefahren, bis zu einer der wenigen öffentlichen Ladesäulen in der Region, bei Immendingen, im Ortsteil Zimmern.

Auf der Bader Alm in Hinter-Ibach

"Wir sind durch viele Orte gefahren, mit diesem typischen Schwarzwaldflair", berichtete Aloisia. Ein unvorhergesehener Lade-Notstand, mangels passender Ladesäulen mit Schuko-Stecker auf der Schwarzwaldetappe, konnte dank freundlicher Hilfe eines Autohauses gelöst werden. Und so erreichten die beiden Elektro-Mobilisten an jenem Tag glücklich und erleichtert ihr geplantes Etappen-Ziel – die Bader Alm.

Urig und urgemütlich war zeigte sich die Alm – und damit war jetzt erst einmal Wellness angesagt. "Zuerst ein gemeinsames Fichtennadelbad mit Nacken- und Schultermassage im Badezuber. Danach ein Salzpeeling für Arme und Füße, gefolgt von einer Kreidemaske. Und das Ganze garniert mit einem Glas Sekt. Das Wellness-Programm ließ uns die anstrengende Suche nach einer Steckdose im Schwarzwald schnell vergessen", berichteten Wolfgang und Aloisia.

GLÜCKLICHE ANKUNFT Wieder in Merklingen, nach rund 650 Kilometern E-Roller-Abenteuer Foto: Wolfgang und Aloisia Streicher

Mit zwei elektrisch angetriebenen Rollern über sechs Tage durch drei Länder – Wolfgang und Aloisia Streicher haben gezeigt, dass Elektromobilität auch abseits urbaner Kurzstrecken möglich ist. Ihre Tour war geprägt von landschaftlichen Höhepunkten, spannenden Begegnungen, aber auch infrastrukturellen Herausforderungen. Gerade im ländlichen Raum wird deutlich, dass die Ladeinfrastruktur für E-Zweiräder noch Luft nach oben hat.



Dennoch überwiegt das Positive: Die leise Fortbewegung, der geringe ökologische Fußabdruck und das entschleunigte Reisen machen die E-Roller-Tour zu einem Erlebnis mit Zukunft.

Zahlen, Daten, Fakten

ECKDATEN DER TOUR
Zwei Elektro-Roller. Etwas Gepäck. Sechs Tage. 650 Kilometer Strecke. Laden unterwegs oder über Nacht. Deutschland, Österreich und die Schweiz. Der Bodensee und der Schwarzwald.

HINWEIS DER REDAKTION
Wolfgang und Aloisia Streicher haben die beschriebene Tour bereits im Jahr 2019 absolviert. Wir haben den Erlebnisbericht inklusive der Interviews neu veröffentlicht, weil wir finden, dass das Thema sehr aktuell ist. Aus eigenen Erfahrungen mit dem E-Bike wissen wir, dass es auch heute, 5 Jahre später, anspruchsvoll ist, mehrtägige E-Bike-Touren aufgrund der Abdeckung mit Ladepunkten zu planen.

EMPFEHLUNGEN DER REDAKTION
E-MOBILITY-ABENTEUER ZUR KLOSTERRUINE HIRSAU Mit E-Mobility geht es lautlos von Bad Liebenzell zur Klosterruine Hirsau. Auf dem E-Moped gleite ich entspannt durch den Nordschwarzwald, vorbei an dichten Wäldern und historischen Orten – eine Tour, die Natur, Kultur und nachhaltige Mobilität perfekt verbindet. »zum Beitrag Mit dem Stromerle auf Entdeckungstour

DAS BERGDORF BADER ALM Lese hier in Kürze mehr über den Bader und seine Alm im Schwarzwald.

ABBILDUNGEN
Beitragsbild © Wolfgang und Aloisia Streicher, restliche Abbildungen siehe Bildunterzeilen

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