Saisonhighlight: Fruchtige Beerenvielfalt in der DACH-Region
Fruchtige Beerenvielfalt in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Ob Erdbeeren vom Feld, Heidelbeeren aus den Wäldern oder Himbeeren aus den Alpenregionen – die Länder Deutschland, Österreich und die Schweiz bieten eine beeindruckende Vielfalt an Beeren. Erfahre, was Superbeeren so besonders macht und ob sie hierzulande wachsen.
Von Marie Breitenbach
27.06.2025 - 11:06
Lesezeit: ca. 5 Minuten
Beeren sind kleine Naturwunder – und die Beerenvielfalt in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist besonders breit gefächert. Je nachdem, ob du gerade im Flachland unterwegs bist oder in den Bergen, findest du ganz unterschiedliche Beerenarten.
Vielfalt der heimischen Beeren
Ob in Deutschland, Österreich oder der Schweiz – in der gesamten DACH-Region wachsen zahlreiche Beerenarten, sowohl wild als auch kultiviert. Zu den bekanntesten zählen Erdbeere, Himbeere, Johannisbeere und Brombeere. Sie gehören zum Sommer einfach dazu und gedeihen – angepasst an Boden, Klima und Höhenlage – in vielen Regionen.
Wusstest du, dass die Erdbeere (Fragaria) botanisch gesehen gar keine echte Beere ist? Sie zählt zu den Sammelnussfrüchten – die kleinen gelben Punkte auf der Oberfläche sind nämlich die eigentlichen Früchte. Trotzdem gehört sie für uns ganz selbstverständlich zu den Beeren. In manchen Gegenden Deutschlands wird sie auch als „Gartenbeere“ bezeichnet, in der Schweiz hört man im Dialekt den charmanten Namen „Muulbeeri“. Erdbeeren bevorzugen lockere, humusreiche Böden und sonnige Standorte.
Die Himbeere (Rubus idaeus) wächst bevorzugt an halbschattigen, geschützten Orten mit leicht saurem Boden. Nach dem Pflücken bleibt der hohle Fruchtzapfen zurück – daher wird sie in Österreich auch „Hohlbeere“ genannt. Ihr süßes, fein-aromatisches Aroma macht sie besonders beliebt.
Die Johannisbeere (Ribes) gibt es in Rot, Schwarz und Weiß. Während man in Süddeutschland von „Träuble“ spricht, heißt sie in Österreich „Ribisel“. Besonders die schwarze Johannisbeere ist für ihren hohen Vitamin-C-Gehalt bekannt – sie enthält ein Vielfaches mehr als Orangen und sorgt für herbe Frische in vielen Sommergerichten.
Auch die Brombeere (Rubus fruticosus) sollte nicht unerwähnt bleiben. Ihre dunkelvioletten bis fast schwarzen Früchte wachsen vor allem wild – an Waldrändern, Hecken oder Zäunen. Ihre dornigen Ranken machen das Sammeln manchmal zur Herausforderung, aber ihr intensives Aroma ist die Mühe wert.
Vitamingehalt (Vitamin C pro 100g)
- Schwarze Johannisbeere: ca. 180 mg
- Erdbeere: ca. 60 mg
- Himbeere: ca. 25 mg
- Heidelbeere: ca. 22 mg
- Brombeere: ca. 20 mg
Regionale Beeren-Highlights
Neben den bekannten Klassikern gibt es auch regionale Spezialitäten, die sich aufgrund von Klima, Höhenlage oder Bodenbeschaffenheit in bestimmten Teilen der DACH-Region besonders wohlfühlen:
In Bayern beispielsweise gedeihen Kulturheidelbeeren (Vaccinium corymbosum) besonders gut auf sauren, sandigen Böden – idealerweise in der Nähe von Nadelwäldern. In einigen Regionen spricht man liebevoll vom „Heidelbeermoos“, wenn Heidelbeeren, Moose und lichter Wald aufeinandertreffen.
In höheren Lagen der Alpen wächst unter anderem die Alpen-Johannisbeere (Ribes alpinum) – eine eher unscheinbare Wildart mit kleinen, milden Früchten. Sie kommt bis in subalpine Regionen vor, spielt kulinarisch aber kaum eine Rolle. Stattdessen prägen in alpinen Gegenden eher andere Wildfrüchte wie Preiselbeeren oder Wacholder das Landschaftsbild.
In Österreich – besonders im Pielachtal in Niederösterreich, aber auch in Teilen der Steiermark – ist die Dirndlbeere, auch Kornelkirsche (Cornus mas) genannt, von Bedeutung. Die herb-aromatische Frucht wird traditionell zu Saft, Marmelade oder Schnaps verarbeitet und ist eng mit regionalem Brauchtum verbunden. Bei Dirndlfesten feiert man die Ernte dieser besonderen Frucht mit Musik, Handwerk und Kulinarik.
Diese regionalen Beeren prägen nicht nur die Küche, sondern auch das kulturelle Selbstverständnis ganzer Regionen – sei es bei Ribiselfesten im Sommer oder Dirndltagen im Herbst.
Saisonkalender: Heimische Beeren (regional leicht variierend)
- Erdbeere: Mai bis Juli
- Himbeere: Juni bis August
- Johannisbeere: Juni bis Juli
- Brombeere: Juli bis September
- Heidelbeere: Juli bis September
Die Heidelbeere – eine kleine Besonderheit im Beerenkorb
Die Heidelbeere ist eine besondere Frucht, weil sie in zwei Varianten vorkommt: als wilde Heidelbeere, die in heimischen Wäldern wächst und mit intensiver Farbe und Aroma beeindruckt, sowie als Kulturheidelbeere, die aus Nordamerika stammt, größer und milder im Geschmack ist und heute vor allem im Supermarkt zu finden ist.
Wilde Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus) wachsen bevorzugt auf sauren Moor- und Waldböden und sind kleine Kraftpakete mit intensivem Aroma. Ihre tiefdunkle Schale und das ebenso dunkle Fruchtfleisch haben es in sich: Schon nach einer Handvoll verwandeln sich Finger, Zunge und Mund in ein leuchtendes Blau-Violett. Diese Färbung ist kein Zufall, sondern ein sichtbares Zeichen ihres hohen Gehalts an Anthocyanen – sekundären Pflanzenstoffen mit antioxidativer Wirkung. Keine Sorge – das intensive Blau ist ungefährlich, man sollte nur beim Sammeln lieber keine helle Kleidung tragen.
Kulturheidelbeeren (Vaccinium corymbosum) stammen ursprünglich aus Nordamerika, sind größer, rundlicher und im Inneren hell. Sie färben kaum, lassen sich besser transportieren und sind aus dem Obstregal kaum noch wegzudenken. Ihr Geschmack ist milder, aber auch sie punkten mit wertvollen Inhaltsstoffen.
In unseren Supermärkten finden wir hauptsächlich die Kulturheidelbeere. Wildheidelbeeren werden eher selten, meist gefroren, angeboten.
Ob wild oder kultiviert – beide Varianten sind wahre Vitalstoffwunder und zeigen: Manchmal sind es gerade die kleinsten Früchte, die die größte Wirkung entfalten.
Beeren pflücken – was du beachten solltest
Wer selbst Beeren pflücken möchte, sollte einige Dinge beachten, damit das Sammeln zum Genuss wird. Wichtig ist zunächst, sicherzugehen, dass die Beeren essbar sind – denn gerade in freier Natur gibt es auch giftige Sorten, die ähnlich aussehen können. Deshalb sollte man nur Beeren pflücken, bei denen man sich wirklich sicher ist. Außerdem ist es ratsam, nicht alle Früchte an einem Strauch zu ernten, sondern nur so viele, wie man wirklich braucht. So bleibt genug für Vögel und andere Tiere übrig und die Pflanze kann sich weiter erholen.
Wenn du in öffentlichen Wäldern pflückst, informiere dich vorher unbedingt über die geltenden Regeln – manche Beeren dürfen dort gar nicht geerntet werden. Und natürlich gilt: Nur an sauberen Stellen pflücken, fernab von Straßen oder Industrie, damit keine Schadstoffe an die Früchte gelangen. So steht dem leckeren Naschvergnügen nichts im Weg.
In Deutschland darf man in der Regel für den eigenen Bedarf etwa 1 bis 2 Kilogramm Beeren pro Person und Tag sammeln. Dabei sollte man immer darauf achten, nicht den gesamten Strauch zu leeren, sondern nur einzelne Früchte zu pflücken, um den Pflanzen und der Natur nicht zu schaden.
ACHTUNG! In Naturschutzgebieten oder auf Privatgrundstücken gelten oft strengere Regeln oder ein absolutes Sammelverbot.
Superbeeren & Spezialsorten – Neue Beeren-Trends
Hast du schon mal von „Superbeeren“ gehört? In den letzten Jahren werden Beeren wie Aronia, Schisandra, Goji- und Haskap-Beeren immer beliebter – vor allem, weil sie viele Nährstoffe wie Vitamine und Antioxidantien enthalten. Sie wachsen hier in der DACH-Region immer besser und bieten Landwirt:innen neue Anbaumöglichkeiten.
- Aroniabeeren sind besonders reich an Anthocyanen, die für ihre intensive Farbe sorgen. Sie wachsen gut auf kühleren, feuchten Böden und sind vergleichsweise anspruchslos im Anbau.
- Schisandra-Beeren, auch Fünf-Geschmacks-Beeren genannt, sind in der traditionellen chinesischen Medizin bekannt und enthalten viele ätherische Öle und Vitamine. Sie sind mehrjährige Kletterpflanzen, die in Gärten und kleinen Plantagen zunehmend angebaut werden.
- Goji-Beeren stammen ursprünglich aus Asien, sind aber auch in Mitteleuropa anpassungsfähig. Sie werden wegen ihres Gehalts an Vitamin C, Eisen und Antioxidantien geschätzt und finden zunehmend Verwendung in Säften, Müslimischungen oder als Trockenfrüchte.
- Haskap-Beeren sind robust und wachsen früh im Jahr. Sie enthalten besonders viele Polyphenole und sind frostresistent, was sie für kältere Regionen interessant macht.
Viele dieser „Superbeeren“ sind robust, wachsen auch in kühleren Regionen gut und sind oft widerstandsfähiger gegen Schädlinge – das macht sie für den nachhaltigen Anbau interessant. Außerdem bringen sie frischen Wind in den Beerenmarkt.
Beeren sind wahre Schätze der Natur – kleine Wunder, die unsere Wälder, Wiesen und Gärten in der DACH-Region mit Leben und Farbe erfüllen. Ob die süßen Klassiker oder die faszinierenden Superbeeren, die immer mehr ihren Platz finden – die Beerenvielfalt erinnert uns daran, wie reich und großzügig unsere Natur ist, wie viele Kostbarkeiten sie uns schenkt und wie wichtig es ist, sie zu bewahren und mit Respekt zu behandeln.
Zahlen, Daten, Fakten
SUPERFOOD ODER NUR LECKER?
Laut Aussage der Stiftung Gesundheitswissen sind die oft genannten positiven Wirkungen auf die Gesundheit mit Vorsicht zu betrachten. Zwar enthalten diese Beeren viele wertvolle Inhaltsstoffe, doch wissenschaftliche Belege für konkrete gesundheitliche Vorteile sind noch nicht immer eindeutig oder umfassend genug. Deshalb ist es sinnvoll, Superbeeren vor allem als leckere und abwechslungsreiche Ergänzung einer ausgewogenen Ernährung zu sehen – ohne zu hohe Erwartungen.
Website der Stiftung Gesundheitswissen:
Wie gesund sind Goji Beeren?
EMPFEHLUNG DER REDAKTION
WUNDERBARE ERDBEERSAISON UND FRUCHTIGE REZEPTE Der verführerische Duft reifer Erdbeeren liegt in der Luft und lädt zu süßen Kreationen ein – von fruchtigen Desserts über erfrischende Drinks bis hin zu himmlischen Kuchen.
»zum Beitrag Erdbeeren – Superfood und süße Vorboten des Sommers
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Beitragsbild Heidelbeeren © Eike/Adobe Stock, restliche Abbildungen siehe Bildunterzeilen
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