Wärme, Wasser, Wohlbefinden – Saunieren in der kalten Jahreszeit
Wellness in der kalten Jahreszeit
Wärme, Wasser, Wohlbefinden: Saunieren im Winter
Zwischen Dampfbädern und duftenden Saunen lässt sich die kalte Jahreszeit wunderbar genießen und Körper und Geist gleichermaßen regenerieren. Warum ein Thermenbesuch und Saunieren jetzt genau das Richtige ist – und wie du ihn achtsam für dich gestaltest.
Von Marie Breitenbach
06.02.2026
Lesezeit: ca. 3 Minuten
Draußen beißt der Frost in Finger und Nase, drinnen schlägt dir eine weiche Welle aus Wärme entgegen. Der Blick fällt auf dampfende Becken und solche mit kaltem Wasser, auf ruhige Liegebereiche und den feinen Nebel, der aus der Saunatür quillt. Ein paar Schritte, ein tiefes Einatmen – und der Winter bleibt für ein paar Stunden vor der Tür.
Thermen und Saunalandschaften sind in der kalten Jahreszeit kleine Zufluchtsorte. Hier darfst du herunterkommen und durchatmen. Das Zusammenspiel aus Wärme und Wasser stärkt das Immunsystem, entspannt die Muskulatur und hilft vielen Menschen, besser zu schlafen. Vor allem aber entsteht etwas, das im Alltag schnell zu kurz kommt: ein bewusster Moment nur für dich.
Warum Wärme im Winter gut tut
Wenn die Tage kurz sind und der Körper ständig zwischen Büro, Bahn und kalter Luft pendelt, fühlt sich dauerndes Frieren fast normal an. Wärme wirkt dann wie Balsam: In Solebecken oder Saunen löst sich die Muskulatur, die Gefäße weiten sich, und das Herz-Kreislauf-System kommt sanft in Schwung.
Besonders wohltuend ist der Wechsel zwischen Hitze und Abkühlung – etwa nach einem Saunagang. Er regt die Durchblutung an, trainiert die Blutgefäße und kann die Abwehrkräfte unterstützen. Viele Menschen empfinden regelmäßige Saunabesuche deshalb als kleinen „Immun-Booster“ durch den Winter.
Mindestens genauso wichtig ist die Wirkung auf die Seele. Der Duft von ätherischen Ölen, gedämpftes Licht und das leise Rauschen des Wassers signalisieren: Hier musst du nichts leisten. Stresshormone können sinken, der Kopf wird freier, und manchmal entsteht in der Ruhe ein Moment, in dem du ganz bei dir selbst ankommst.
Vom Dampfbad bis zur Sauna
Thermen sind kleine Universen der Entspannung. Kaum ein anderer Ort bietet so viele Möglichkeiten, Körper und Geist auf sanfte Weise zu regenerieren.
Dampfbad – sanfte Wärme zum Durchatmen
Bei rund 45 °C und hoher Luftfeuchtigkeit öffnet das feuchte Klima die Poren und befeuchtet die Atemwege. Viele empfinden ein Dampfbad gerade auch als Vorbeugung vor einer Erkältung oder nach einem langen Tag im Büro als wohltuend. Die Hitze ist weniger intensiv als in der Sauna – ideal für alle, die sich langsam herantasten möchten.
Solebad – Schweben im warmen Wasser
Im Solebecken trägt dich das salzhaltige Wasser fast von allein. Gelenke werden entlastet, die Durchblutung angeregt, die Haut fühlt sich nach dem Bad oft weicher an. Schon 20 Minuten im warmen Solewasser können Verspannungen lösen, den Kopf beruhigen und den ganzen Körper wieder in Balance bringen.
Viele moderne Thermen kombinieren die Angebote Dampfbad, Solebad, Sauna in unterschiedlichsten Varianten und Größen mit Licht- und Klangkonzepten: sanfte Musik, warmes Licht, Farb- und Lichtkonzepte in der Biosauna. So wird der Besuch schnell zu einem kleinen, ganzheitlichen Mini-Urlaub vom Wintergrau.
Sauna – der Klassiker in vielen Varianten
Die Sauna ist für viele Herzstück jeder Therme. Je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit kannst du wählen, was dir guttut:
- Biosauna (ca. 60 °C): Mild, duftend und eher kreislaufschonend. Oft werden hier Kräuter- oder Zitrusaufgüsse eingesetzt – ideal für Einsteiger:innen oder alle, die es entspannter mögen.
- Finnische Sauna (ca. 90 °C): Trocken, klassisch und perfekt zum Schwitzen. Hier kommt das traditionelle Saunagefühl auf – oft inklusive Aufguss mit kräftigem Wedeln.
- Heißsauna (bis zu 100 °C): Besonders intensiv, eher etwas für erfahrene Saunagänger:innen, die ihren Körper gut kennen.
Saunieren – mehr als Schwitzen
Saunieren ist eine uralte Tradition und in vielen Kulturen Teil der Gesundheitspflege. Der ritualisierte Ablauf – Aufwärmen, Schwitzen, Abkühlen, Ruhen – strukturiert deinen Besuch und schafft einen klaren Rahmen. Du lässt nicht nur körperlich los, sondern oft auch mental.
Das Schwitzen steht dabei symbolisch fürs Ablegen: von Stress, Anspannung, Grübeleien. Nach einem heißen Aufguss folgt die Abkühlung im Tauchbecken oder an der frischen Luft, bevor du eingehüllt in ein Handtuch zur Ruhe kommst. Viele beschreiben dieses Gefühl danach als eine Mischung aus angenehmer Müdigkeit und innerer Klarheit.
Wichtig bleibt: Saunieren ist kein Wettbewerb. Es geht nicht um besonders lange Gänge oder möglichst viele Runden, sondern darum, deinem Körper und deiner Seele etwas Gutes zu tun – in deinem Tempo.
Tipps fürs Saunieren
Damit dein Thermenbesuch rundum wohltuend wird, helfen ein paar einfache Basics:
- Gut vorbereiten: Vor dem Saunagang duschen und gründlich abtrocknen – trockene Haut schwitzt effektiver, und das Holz der Saunabänke "dank es auch".
- Die Dauer im Blick behalten: Rund 10–15 Minuten pro Gang gelten als Richtwert. Bei höheren Temperaturen lieber etwas kürzer.
- Bewusst abkühlen: Kalte Dusche, Tauchbecken oder ein ruhiger Spaziergang an der frischen Luft – die Abkühlung aktiviert Kreislauf und Gefäße.
- Ausreichend trinken: Vor und nach dem Saunagang Wasser oder ungesüßten Kräutertee trinken, um den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen. Dabei nach dem Saunagang nicht hektisch und zu schnell trinken, sondern mit kleinen Schlucken Zeit lassen.
- Auf den Körper hören: Jeder Mensch reagiert anders. Wenn dir schwindlig oder unwohl wird, brich den Gang ab und lege eine Pause ein – ohne schlechtes Gewissen. Dein Körper "weiß", was ihm gut tut. Wenn Saunameister:innen anwesend sind und Aufgüsse machen, höre auf ihre Tipps und Ratschläge, denn sie sind die Experten.
Zahlen, Daten, Fakten
DAS SOLLTEST DU BEACHTEN:
Damit dein Saunabesuch ein voller Erfolg wird, haben wir einige wenige Empfehlungen für dich zusammengestellt:
Saunagänge und Pausen:
Häufig empfohlen werden 2–3 Saunagänge pro Besuch. Dazwischen je nach Bedarf 15–30 Minuten Ruhe, in denen du dich unterhalten kannst, eine Buch oder eine Zeitschrift liest oder einfach liegst, entspannst oder schläfst.
Gesundheitliche Hinweise:
Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, in der Schwangerschaft solltest du vor dem Saunieren medizinischen Rat einholen. Bei akuten Infekten, danken es dir dein Körper und andere Saunabesucher, wenn du auf den Saunabesuch verzichtest. Kinder langsam und behutsam an Hitze gewöhnen.
Thermen in der DACH-Region:
Ob große Stadttherme, kleine Sauna ums Eck, Sauna in deinem Fitnessstudio oder große Anlage in den Alpen – die Vielfalt der Saunen ist so groß, wie die Saunalandschaften abwechslungsreich. Viele Häuser bieten kombinierte Sauna- und Wellnessbereiche in denen du dich einen ganzen Tag aufhalten kannst. Infos zu Öffnungszeiten, Preisen und Specials findest du auf den Websites der jeweiligen Thermen.
Achtsam saunieren:
Plane genug Zeit ein, um nicht zwischen Aufguss und Tauchbecken zu hetzen. Bewusstes Atmen, kurze Dehnübungen und ein ruhiger Ausklang machen aus dem Besuch ein kleines Achtsamkeitsritual.
EMPFEHLUNG DER REDAKTION
KNEIPP-ANWENDUNGEN ERLEBEN Vom Wassertreten im Storchengang nach Sebastian Kneipp bis zur salzhaltigen Luft der Gradierwerke – traditionelle Gesundheitsanwendungen wirken auch heute noch (PLUS-Artikel). »zum Beitrag Vom Wassertreten bis zur Sole-Inhalation
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