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Führung und Erlebnisse im Besucherbergwerk Schmittenstollen

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Unter Tage auf dem Lemberg

Führung und Erlebnisse im Schmittenstollen

Ich habe den ehemaligen Quecksilberstollen "Schmittenstollen" in Niederhausen besucht und nehme dich mit auf meine Tour. Was dich dort erwartet, welche Highlights mich beeindruckt haben – und ob sich der Abstieg unter Tage wirklich lohnt, erfährst du im Artikel.


Von Gastautor Edgar Breitenbach
22.08.2025 - 14:16
Lesezeit: ca. 3 Minuten


FASZINIEREND In einer der in den Fels gehauenen Hallen in der Tiefe des Berges hat sich ein kleiner See gebildet Foto: Edgar Breitenbach

Das Besucherbergwerk Schmittenstollen nahe Niederhausen/Nahe ist eine faszinierende Attraktion für alle, die sich für Geschichte und erlebnisreiche Einblicke in den spätmittelalterlichen Bergbau interessieren. Erstmals wurde das Bergwerk 1438 urkundlich erwähnt und es ist ein bedeutender Teil der regionalen Geschichte.

Der Schmittenstollen öffnet seine Tore zu einer faszinierenden Welt unter der Erde. Besucherinnen und Besucher können hier historische Bergwerksgänge erkunden und beeindruckende geologische Formationen bestaunen, die über Jahrhunderte durch den Bergbau entstanden sind. Erfahrene Bergwerksführerinnen und -führer begleiten die Touren und erzählen lebendig von der Geschichte, den Techniken und den harten Arbeitsbedingungen der Bergleute – vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Demonstrationen historischer Abbaumethoden machen die Führungen besonders anschaulich.

Die Touren eignen sich für Familien, Schulklassen und Geschichtsinteressierte gleichermaßen. Neben den Führungen gibt es regelmäßig Musikveranstaltungen lokaler Künstler oder Filmvorführungen, die das Stollenambiente sehr stimmungsvoll macht – mit Stühlen, warmen Decken und Heißgetränken. Eine Jacke ist allerdings Pflicht, denn auf Sohle 4, die ich erkunden durfte, herrschen ganzjährig frische 8 °C.

HINEIN INS ABENTEUER Durch das Mundloch führt der Weg hinein in den Schmittenstollen Foto: Edgar Breitenbach

Mein persönlicher Eindruck – eine Reise in die Tiefe

Schon beim Betreten umfängt mich eine andere Welt: Über knirschenden Schotter folge ich den alten Loren-Gleisen, die zwischen bruchsteingefassten Wänden ins Dunkel führen. Das helle Sonnenlicht draußen weicht sofort dem schummrigen Schein der Grubenlampen, schwüle Sommerluft verwandelt sich in einen kühlen Hauch.

Feuchte Wände wechseln sich mit trockenem Gestein ab, enge Gänge münden in kleine Hallen. Hier spürt man die jahrhundertealte Arbeitsleistung förmlich. Alte Werkzeuge, die noch heute an den Wänden hängen, erzählen stumm von Mühsal und Präzision.

Ich staune über einen gewaltigen Stein in der Decke, der die Last der Halle trägt, und über einen seltenen schwarzen Manganstalaktiten. Unser Stollenführer berichtet mitreißend vom zentimeterweisen Vorankommen der Bergleute damals – eine Leistung, die Respekt abverlangt.

Am Ende des Rundgangs sehe ich das Licht am Ende des Tunnels. Draußen schlägt mir wieder die warme Sommerluft entgegen – der helle Tag hat mich zurück.

Einkehren am Stollen – mit musikalischer Untermalung

Direkt am Eingang lädt eine gemütliche Gaststätte mit wettergeschützter Außenterrasse ein. Auf der Karte: erfrischende Getränke und eine kleine Auswahl an hausgemachter, bodenständiger Kost zu moderaten Preisen. Auch hier finden immer wieder kleine Konzerte statt – perfekt, um den Besuch kulinarisch ausklingen zu lassen.

GEHEIMNISVOLL Wohin diese Leiter wohl führt? Foto: Edgar Breitenbach

Ein Ausflug mit Tiefgang

Das Besucherbergwerk Schmittenstollen ist weit mehr als ein historischer Ort – es ist ein Erlebnis, das Geschichte spürbar macht. Für Familien, Schulklassen und Geschichtsbegeisterte ist es ein preiswertes und spannendes Ziel. Unter Tage wird schnell klar: Im alten Stollen steckt nicht nur Gestein, sondern auch die harte Arbeit und das Können vieler Generationen.

Anreise und Erreichbarkeit

Der Lemberg, in den das Bergwerk getrieben wurde, ist der sogenannte „König der Naheberge“ und mit zahlreichen Wanderwegen gut erschlossen. Niederhausen ist mit der Buslinie 253 von den Bahnhöfen Norheim, Bad Münster am Stein und Bad Kreuznach erreichbar.

Für Autofahrer stehen ein kleiner, kostenfreier Schotterparkplatz nahe des Stauwehrs Niederhausen zur Verfügung. Von dort führt ein 2,5 km langer Weg über die knapp 100 Jahre alte Staumauer des Stauwehrs, anschließend etwa 35 Minuten entlang des Stausees und dann moderat ansteigend durch den Wald zum Schmittenstollen.

Mit der Buslinie 221 erreicht man den oberhalb gelegenen Ort Feilbingert. Von dort führt ein 2,5 km langer Weg durch Wiesen und Felder, erst leicht ansteigend, dann steil abfallend zum Bergwerk, den man in etwa 40 Minuten bewältigt.

Alternativ kann man mit Auto oder Motorrad am Wanderparkplatz Schmittenstollen parken und in 12 Minuten recht steil zum Besucherbergwerk hinabgehen. Für Wohnmobile ist dieser Parkplatz aufgrund der engen Straße weniger geeignet.

Alle Wege sind auch mit dem Fahrrad befahrbar. Ich selbst bin entspannt mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Feilbingert gefahren und von dort zum Schmittenstollen gewandert. Als Rückweg wählte ich den Abstieg nach Niederhausen mit einem lohnenden Umweg zum Barbarablick.

Zahlen, Daten, Fakten

WEITERE INFORMATIONEN

  • Ort: Lemberg bei Niederhausen/Nahe, oberhalb des Nahe-Stausees
  • Saison: 29. März – 2. November 2025, Führungen Mi–So, nur mit Voranmeldung (ab 3 Erwachsene)
  • Eintritt: Erwachsene 7 €, Kinder/Jugendliche 6 €, Gruppen ermäßigt
  • Stollenlänge: ca. 1 km begehbar, Temperatur konstant 8 °C – Jacke empfohlen
  • Anreise: Bus 253 bis Niederhausen (2,5 km Fußweg) oder Bus 221 bis Feilbingert (2,5 km Fußweg); Parkplatz Schmittenstollen (12 Min. Fußweg)
  • Extras: Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen & Filmabende, kleine Gastronomie direkt am Stollen

Die Öffnungszeiten können variieren. Aktuelle Informationen findest du auf der Website der Verbandsgemeinde Rüdesheim-Nahe: Besucherbergwerk Schmittenstollen

EMPFEHLUNG DER REDAKTION
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ABBILDUNGEN
Beitragsbild © Edgar Breitenbach, restliche Abbildungen siehe Bildunterzeilen


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