Der erste Mäd-Made-Market begeistert mit Kreativität und Vielfalt
Der erste Mäd-Made-Market begeistert mit Kreativität und Vielfalt
Anfang Mai feierte der erste Mäd-Made-Market in Siefersheim, Rheinland-Pfalz, Premiere – ein liebevoll gestalteter Kreativmarkt von und für Frauen. Bei meinem Besuch vor Ort ergab sich die Gelegenheit, mit Initiatorin Esther Krebs auch über ihre kreativen Arbeiten aus Polymerton zu sprechen. So motiviert, startete ich meine eigenen Versuche mit diesem Material.
Von Marie Breitenbach
10.07.2025 - 11:06
Lesezeit: ca. 5 Minuten
"Sag mal, Marie, hast du an diesem Datum schon etwas vor?", fragte mich meine Mutter Anfang Mai und zeigte auf einen Kalendereintrag. "Warum?", wollte ich wissen. Ihre Antwort: "Da ist hier in der Nähe ein neuer Markt – der Mäd-Made-Market!"
Ein interessanter Name, dachte ich, und hakte nach. "Das ist ein Markt von Frauen für Frauen", erklärte meine Mutter. Ihre Begeisterung war ansteckend – ich sagte zu.
Als wir uns auf den Weg machten, schien die Sonne. Mit guter Laune kamen wir wenig später am Weingut Gebert an, in dessen idyllischem Innenhof der Markt veranstaltet wurde. Zwischen Blüten des Blauregens duftete es nach Frühling, und liebevoll dekorierte Stände reihten sich aneinander – Kleidung, Accessoires, Genähtes, Töpferkunst.
Mein Blick fiel sofort auf einen Stand mit handgefertigten Haarbändern in verschiedenen Farben und Mustern. Die Besonderheit: In jedes Band war ein Draht eingenäht, damit es nicht verrutscht. Ich probierte verschiedene Modelle an und entschied mich für ein Haarband im Leo-Look, das nun regelmäßig meinen Kopf schmückt.
Ein paar Schritte weiter lockten der Duft frischer Waffeln und ein kreatives Topping-Angebot. Ich entschied mich für eine klassische Waffel mit Schokosoße, Erdbeeren, Cookie-Stückchen, Schokobrezeln und Haselnusskrokant – süß, aber köstlich!
Gestärkt informierten wir uns über die Workshops im Garten: Blumenkränze binden, Leinwandmalerei und vieles mehr wurde angeboten. Die Imkerei Marzell kannte ich bereits – ihre fruchtigen Honigsorten begegneten mir schon auf anderen Märkten. Qualität und Handarbeit finden immer wieder ihren Platz, dachte ich bei mir.
Die Frau hinter der Idee
Besonders ins Auge stach mir ein Stand mit filigranen Ohrringen aus Polymerton – besser bekannt unter dem Markennamen FIMO. Hier lernte ich Esther Krebs kennen, die Künstlerin hinter dem Schmuck – und gleichzeitig die Initiatorin des Mäd-Made-Markets.
Wir kamen schnell ins Gespräch. Ich fragte sie, wie sie auf die Idee kam, mit Polymerton zu arbeiten – einem Material, das sonst oft grob und klobig wirkt? "Ich liebe daran so vieles", antwortete mir Esther. "Es ist unglaublich leicht, angenehm zu tragen – vor allem als Ohrschmuck. Und es gibt unendlich viele Techniken. Da wird das Kreieren nie langweilig."
Ich selbst bin in solchen Dingen ehrlich gesagt nicht besonders geschickt – aber gerade deshalb beeindruckt es mich umso mehr, was andere mit ein bisschen Geduld und Kreativität alles zaubern können. Ich schaute staunend auf diese kleinen Kunstwerke und fragte mich, ob ich so etwas nicht auch einmal selbst ausprobieren könnte.
Der Entstehungsprozess
Grundsätzlich, so sagt Esther, kann das jede:r einfach mal testen. Sie selbst arbeitet hauptsächlich mit dem Polymerton von FIMO, den man unkompliziert im Bastelbedarf bekommt – dort gibt es meist auch schon praktisches Zubehör wie Messer, Walzen oder kleine Ausstechformen. Wer Lust hat, kann also direkt loslegen. Esther hat mir auch verraten, dass sie am liebsten direkt auf einer weißen, glatten Fliese arbeitet – diese eignet sich nicht nur als Untergrund beim Modellieren, sondern auch zum Aushärten im Backofen (nach Herstellerangabe).
Nach dem Härten und Abkühlen wird das Werkstück abgeschliffen, gewaschen, versiegelt und – wenn nötig – gebohrt. Für den Anfang empfahl sie einfache Formen wie Haarspangen oder Pins, weil sie nicht gebohrt oder zusammengesetzt werden müssen.
Was ich besonders spannend fand: Esther mischt viele ihrer Farben selbst – aus den drei Primärfarben und nach eigenen kreativen Vorstellungen. Ihre Formen bestellt sie bei kleinen Labels, die hochwertige Varianten im 3D-Druck anbieten. Für ein glänzendes Finish verwendet sie UV-Lack, der unter einer speziellen Lampe ausgehärtet wird – dabei sei das Tragen einer Atemschutzmaske wichtig, betont sie. Für ein erstes Ausprobieren des Polymertons reicht meistens auch eine gute Belüftung (Herstellerangaben beachten!).
Ein kleiner, aber hilfreicher Tipp von ihr: Anfänger:innen sollten lieber mit dunkleren Farben starten, denn helle Töne sind extrem empfindlich. Selbst winzige Staubpartikel oder Fussel können das Ergebnis beeinträchtigen – eine saubere Umgebung ist also wichtig!
Handwerkskunst zum Mitnehmen – und selbst Ausprobieren
Auch wenn Polymerton kein Naturmaterial ist, bietet es eine tolle Möglichkeit, sich kreativ auszuprobieren – ganz ohne Brennofen oder Werkstatt. Und wer Lust bekommt, tiefer in das traditionelle Töpferhandwerk einzutauchen, kann sich auf Märkten wie diesem inspirieren lassen und vielleicht sogar einen Kurs besuchen oder in einer lokalen Werkstatt unter Anleitung mit echtem Ton arbeiten. Denn etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen, kann nicht nur Freude bringen, sondern auch unglaublich gut tun. Es entschleunigt, erdet – und fördert die Achtsamkeit.
Selbstversuch mit Polymerton
Ich habe Polymerton mal ausprobiert – und ehrlich gesagt, es war gar nicht so einfach, wie ich gedacht hatte! Das Material ist super spannend und bietet viele Möglichkeiten, aber gerade das Formen und die Details haben mich vor eine kleine Herausforderung gestellt. In dieser Bilderstrecke zeige ich dir, wie ich Schritt für Schritt versucht habe, einen Seestern aus Polymerton zu gestalten.
Die Rohmasse fühlt sich richtig angenehm an – weich, aber trotzdem fest genug, um gut verarbeitet zu werden. Beim ersten Kneten merkt man sofort, wie formbar der Ton ist.
Bevor es ans Formen geht, habe ich den Ton ordentlich geknetet und ausgerollt, damit er schön geschmeidig wird. Mit ein paar einfachen Werkzeugen habe ich dann die Grundform vorbereitet und versucht einen Seestern zu formen. Das war gar nicht so leicht, weil man aufpassen muss, dass die Arme gleichmäßig werden und die Form stabil bleibt.
Zum Schluss habe ich mit kleinen Werkzeugen noch die Details eingearbeitet – die Linien und Texturen, die den Seestern lebendig machen. Das war der schwierigste Teil.
Mein Fazit
Mein erstes Projekt mit Polymerton war eine echte Erfahrung – es ist viel anspruchsvoller, als es auf den ersten Blick aussieht. Aber gerade das macht den Reiz aus: Man lernt, geduldig zu sein, genau hinzuschauen und sich an den kleinen Fortschritten zu freuen.
Mein erster Seestern ist noch nicht perfekt, aber er zeigt, wie viel Spaß das Arbeiten mit Polymerton machen kann. Ich kann es jedem empfehlen, der gern kreativ ist und sich mal an einem neuen Material ausprobieren möchte.
Zahlen, Daten, Fakten
INFOS UND TERMINE
Der zweite Mäd-Made-Market findet am 22. November 2025 von 14 bis 21 Uhr in Siefersheim statt.
Der Mäd-Made-Market auf Instagram:
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DIE ENTSTEHUNG DES MÄD-MADE-MARKETS
Natürlich hatte mich in meinem Gespräch mit Esther Krebs auch interessiert, wie der Mäd-Made-Market entstand. "Die Idee kam aus eigener Erfahrung", erklärte Initiatorin Esther Krebs. Nach der Geburt ihres zweiten Sohnes konnte sie nicht an ihren alten Arbeitsplatz zurückkehren. Die Suche nach Teilzeitjobs war frustrierend. So wuchs der Wunsch, selbst etwas aufzubauen – und gleichzeitig andere kreative Frauen sichtbar zu machen.
"Es ist beeindruckend, wie viel entsteht, wenn wir uns gegenseitig vernetzen", betonte sie. In Anne und Jan vom Weingut Gebert fand sie starke Partner für die Umsetzung. Das gute Teamwork und ihr bestehendes Netzwerk ermöglichten es, den Markt mit wenig Hürden auf die Beine zu stellen. Während sie sich um Design und Marketing kümmerte, übernahmen die beiden Gastgeber die Logistik vor Ort.
ÜBER ESTHER KREBS
Auch die Businessidee von Esther Krebs hat eine persönliche Geschichte. Esther erzählte, dass sie ihre Schwester beim Siefersheimer Herbstmarkt unterstützte – dabei kam ihr die Lust, selbst kreativ zu werden. "Ich wollte weg vom Bildschirm und etwas mit den Händen schaffen", erzählte sie mir. Nach einigen Experimenten entdeckte sie Polymerton für sich – und blieb dabei.
Ihr erstes Schmuckstück, eine Haarklammer, hatte sie nie getragen – aber sie bewahrt sie als Erinnerung an ihre Anfänge bis heute auf. Seit Ende 2023 investiert sie Zeit, Herzblut und besseres Werkzeug in ihr Business – und konnte schon 2024 ihre ersten Stücke verkaufen.
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Beitragsbild © Marie Breitenbach, restliche Abbildungen siehe Bildunterzeilen
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